Russischer Spion bei Chemie-Labor erwischt

Das Labor ermittelte unter anderem im Fall des vergifteten Ex-Spions Sergej Skripal.
Das Labor ermittelte unter anderem im Fall des vergifteten Ex-Spions Sergej Skripal.Bild: picturedesk.com
Zwei Spione aus Russland wurden in den Niederlanden auf dem Weg in ein Schweizer Chemie-Labor festgenommen und ausgewiesen.

Laut der niederländischen Zeitung "NRC Handelsblad" und dem Schweizer "Tages-Anzeiger" hatten im Frühjahr zwei Russen versucht, das staatliche Chemie-Labor Spiez in der Schweiz auszukundschaften. Erwischt wurden sie im niederländischen Den Haag.

Dort befindet sich der Sitz der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OCPW); die ermittelt etwa bei den Giftgas-Angriffen in Syrien, wo die Regierung von Russland unterstützt wird, oder beim Giftgas-Anschlag auf den übergelaufenen russischen Spion Sergej Skripal in England. Das Labor Spiez gilt als eines der wichtigsten Referenzlabore der Organisation, das Substanzen untersucht.

Die beiden Männer hatten laut "NRC Handelsblad" Ausrüstung bei sich, um in das Computernetzwerk des Labors einzudringen. Dort gab sich Pressesprecher Andreas Bucher bedeckt, wollte den Fall nicht näher kommentieren: "Bestätigen können wir, dass das Labor Spiez Ziel von Hacker-Angriffen war. Dafür sind wir gewappnet. Daten sind keine abgeflossen."

Im Juni war bekannt geworden, dass eine per Email eine gefälschte Einladung zu einer Konferenz im Labor Spiez versendet wurde, die Schadsoftware enthielt.

Geheimdienst bestätigt

Der Schweizer Nachrichtendienst NDB gab dem "Tages-Anzeiger" mehr Informationen preis und erklärte, dass "der Fall der in Den Haag entdeckten und dann [ausgewiesenen] russischen Spione bekannt ist."

Und: "Der NDB hat aktiv an dieser Operation teilgenommen, zusammen mit seinen holländischen und britischen Partnern", sagte Pressesprecherin Isabelle Graber. So habe man zur "Verhinderung illegaler Aktionen gegen eine kritische Schweizer Infrastruktur" beigetragen. Sie nannte zwar das Labor Spiez nicht direkt, laut der Zeitung ist aber dieses gemeint.

Von Russland gibt es keine Stellungnahme. Auch ist nicht bekannt, wieso die Männer zurück nach Russland geschickt worden sind anstatt dass ihnen in den Niederlanden oder der Schweiz der Prozess gemacht wird.

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