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Russische Tennisspielerin trickste Wimbledon aus

Wegen des Ukraine-Kriegs wurden russische und belarussische Spieler und Spielerinnen von Wimbledon ausgeschlossen. Dies umgeht nun ein Tennis-Ass. 
Heute Redaktion
30.06.2022, 18:51
olympia live
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Daniil Medwedew, Andrej Rublew oder Arina Sabalenka - sie alle dürfen beim Rasen-Klassiker an der Church Road nicht an den Start gehen, wurden von den Organisatoren des dritten Grand-Slam-Turniers des Jahres ausgeladen. Als Konsequenz daraus beschlossen ATP und WTA, keine Weltranglistenpunkte zu verteilen. 

Doch eine Russin darf in Wimbledon doch an den Start gehen: die Doppel-Spezialistin Natela Dzalamidze, aber freilich nicht unter russischer Flagge. Denn die 29-Jährige trickste die Veranstalter kurzerhand aus. 

Plötzlich Georgierin

Dzalamidze ist nämlich Doppelstaatsbürgerin, spielt deshalb nun für Georgien, das Heimatland ihres Vaters. Allerdings hat sich die 29-jähriger Moskauerin erst kürzlich für den Nationenwechsel entschieden. Dieser wurde am 6. Juni - und damit eine Woche vor der Meldefrist für Wimbledon - von der WTA bestätigt. Noch bei den French Open schlug die Nummer 45 der Doppel-Weltrangliste als Russin auf. 

Die Organisatoren sind jedenfalls machtlos, Dzalamidze darf auf dem "Heiligen Rasen" im Süden Londons aufschlagen. "Ich habe die Entscheidung getroffen, weil ich mich auf meine Karriere konzentrieren und die Chance haben möchte, bei den Olympischen Spielen teilzunehmen", erklärte die 29-Jährige in der "Times" ihren plötzlichen Nationenwechsel.

Außerdem bestritt Dzalamidze vehement, Wimbledon ausgetrickst zu haben. "Natürlich habe ich mit Aufmerksamkeit gerechnet, als ich mich im März zu diesem Schritt entschieden habe. Ich habe den Prozess vor den French Open gestartet, weil ich bereits als Georgierin Vorbereitungsturniere auf Wimbledon spielen wollte", so die Doppel-Spezialistin bei "DW", ließ mit Blick auf den Ukraine-Krieg aber starke Worte folgen. "Anfangs habe ich mich geschämt einen russischen Pass zu besitzen. Aber wir haben als Athletinnen keinerlei Einfluss auf diese Entscheidungen", so die Tennisspielerin. 

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