Der Chef eines russischen Drohnenherstellers ist laut Berichten der staatlichen Medien bei einer Explosion seines Autos schwer verletzt worden. Wladimir Tkatschuk liegt "auf der Intensivstation und in ernstem Zustand, Ärzte kämpfen um sein Leben", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Tass am Mittwoch aus Kreisen der Rettungshelfer. Es ist vermutlich bereits der zweite Anschlag auf einen Vertreter der russischen Rüstungsindustrie innerhalb weniger Tage.
Die russische Zeitung Kommersant berichtete, dass Tkatschuks Mercedes im Dorf Bolschoi Istok, nahe der Stadt Jekaterinburg beim Ural, explodiert sei. Wann genau der Vorfall passiert ist, war vorerst unklar. In russischen Onlinenetzwerken waren Fotos zu sehen, die das ausgebrannte Auto zeigen sollen. Laut Tass laufen Ermittlungen wegen versuchten Mordes.
Tkatschuk ist Chef des Drohnenherstellers Uraldronsawod mit Sitz in Jekaterinburg. Die Firma produziert vor allem die ferngesteuerten "Upyr"-Drohnen, die Russland gegen die Ukraine einsetzt. Das Unternehmen steht auf der Sanktionsliste der EU und der USA.
Laut Einschätzung der EU hat der Drohnen-Hersteller die Aufmerksamkeit von Präsident Wladimir Putin "persönlich" auf sich gezogen. Die Firma und ihr 35-jähriger Chef genießen demnach die "uneingeschränkte Unterstützung" des russischen Verteidigungsministeriums. Staatsmedien berichten, dass Tkatschuk seine Drohnen 2024 Putin persönlich präsentiert hat.
Seit Beginn der russischen Angriffe im Februar 2022 hat die Ukraine immer wieder Vertreter des russischen Militärs und der Rüstungsindustrie ins Visier genommen. Auf die aktuellen Informationen zu diesem Anschlag gab es aus Kiew zunächst keine Reaktion.
Erst vergangene Woche war der Gründer und Chef eines anderen russischen Drohnenherstellers, Andrej Tscheresow, bei einem Schusswaffenangriff verletzt worden. Die Ermittler sprachen auch hier von "versuchtem Mord".