Russkaja sind Kasatchok, Wodka und Kalaschnikow

Energia! - so lautet der Name des in wenigen Tagen erscheinenden dritten Albums des russisch-österreichischen Kollektivs Russkaja. Und vor Energie nur so strotzend kommt der "Russian Turbo Metal Polka"-Mix der Band auch aus den Boxen. "Heute.at" hat sich kurz vor der Veröffentlichung mit Sänger Georgij über die neue Platte, ihren Bekanntheitsgrad und die weiteren Zukunftspläne von Russkaja unterhalten.

Energia! - so lautet der Name des in wenigen Tagen erscheinenden dritten Albums des russisch-österreichischen Kollektivs Russkaja. Und vor Energie nur so strotzend kommt der "Russian Turbo Metal Polka"-Mix der Band auch aus den Boxen. "Heute.at" hat sich kurz vor der Veröffentlichung mit Sänger Georgij über die neue Platte, ihren Bekanntheitsgrad und die weiteren Zukunftspläne von Russkaja unterhalten.

Die Ansage der Band zum neuen Album ist glasklar. "Energia! ist ein bunter und hochexplosiver Mix aus Thrash Metal, Funk, Weltmusik und ergibt so extrem mitreißende Songs, dass man sich beim Anhören inmitten einer ihrer schweißtreibenden Shows wähnt. Wer bei diesem mörderischen Tempo still sitzen bleibt, der hat keine Musik im Körper! Der Longplayer strotzt nur so vor abgedrehter Ideen mit zündenden Melodien und wird Neulinge zu glühenden Russian Turbo Polka Metal Fans machen!" heißt es in der Presseankündigung zu Energia!

Und das ist wahrlich keine Übertreibung. Das 12 Songs fassende Album wird ab dem 5. April die Herzen der Fans höher schlagen lassen und auch dafür sorgen, dass bislang nicht mit dem Russkaja-Virus infizierte das Kasatchok-Tanzbein schwingen werden.

Der bärige Frontmann von Russkaja sprach kurz vor dem Release mit "Heute.at" über Energia!, über die Symbiose mit der ORF-Sendung "Willkommen Österreich" und den Plänen, die noch auf die Band warten.

Mit dem frischgebackenen Album gehts dann sofort auf ausgedehnte Tour. Hier die Stationen, die die Band im April in Österreich machen wird.

06.04.13 - LINZ / Posthof

18.04.13 - WIEN / Gasometer

26.04.13 - GRAZ / Orpheum

27.04.13 - INNSBRUCK / Weekender

30.04.13 - SALZBURG / Rockhouse

Das Interview mit Sänger Gregorij:

Heute.at: Energia! ist euer bislang drittes Album.  Wie seid ihr selber damit zufrieden, was für Ansprüche stellt ihr an das Album und welche Ansprüche stelt das Album an euch? Welche Message wollt ihr mit "Energia!" dem Hörer übermitteln?

Gregorij: Das Album Energia! ist sehr in die Breite gegangen, in dem Sinn, dass es viele Extreme in sich verbirgt. Von hartem Metal-Brass bis zu den die Seele streichelnden Groove-Balladen, ist es sehr spannend geworden. Unser Anspruch an das Album beschränkt sich einfach auf das „SEIN“ - es ist ein Auszug aus den Einflüssen und Konstellationen, die uns zum Zeitpunkt der Entstehung geprägt haben. Somit hat Energia! an uns den Anspruch erzeugt, diese Einflüsse in ein interessantes Songmaterial zu verwandeln – es ist uns gelungen!

Wie lange haben die Aufnahmen gedauert?

Die Ideensammlung hat bei mir nie aufgehört. Ständig sammle ich verschiedenste Ideen auf meinem Diktafon. Im Februar habe ich mit der Auswahl des Songmaterials begonnen. Ich habe die Tage im Studio verbracht wo ich aus den Ideen Layouts gebastelt habe und an Grooves und Texten arbeitete. Ich hatte das Glück, einen wunderbaren Gitarristen an Bord zu bekommen – Engel Mayr. Wir haben uns musikalisch und menschlich auf Anhieb gut verstanden und einige Studiosessions führten zu komplett fertigen Songs. Später haben wir mit der ganzen Band aus einem Pool der Ideen die Songs aussortiert, die wir machen wollten. Im Herbst haben wir uns auf die Suche nach einem Produzenten gemacht und dabei Vlado Dzihan kennengelernt. Ich bin sehr glücklich und dankbar für diese Begegnung. Die Arbeit mit Vlado hat sich als grosse Inspiration und Bereicherung ergeben. Vlado hat viel Zeit mit uns im Proberaum verbracht und hat zu jeder Zeit den Gesamtüberblick behalten.

Wer/was hat euch beim Entstehungsprozess wie beeinflusst?

Wer sind generell eure Vorbilder wenn es ums Musizieren geht?

Ich liebe russische Romanzen, ich höre sehr gerne Balkan-Sounds, ich stehe immer noch auf heavy Gitarren, energische Rhythmen, bin grundsätzlich allen Arten von Musik sehr offen, mich beeinflusst sehr schnell etwas wo ich es aber im Moment gar nicht merke. Meine Vorbilder kommen aus unterschiedlichsten Bereichen. Im Bereich wo wir sind habe ich grosse Respekt vor Bands wie Gogol Bordello, Balkan Beat Box, RotFront, Deladap, Leningrad.  Bands wie Muse, Rammstein, Gossip, Deichkind, Caravan Passe – gehören zu meinen Idolen.

Nach der Veröffentlichung gehts für euch auf eine ausgedehnte Tour durch A, D und CH. Wie kommt ihr speziell bei Fans außerhalb Österreichs an, bei denen ihr ja nicht den "medialen Vorteil" genießt, wöchentlich im staatlichen Hauptabenprogramm zu sein?

Lustigerweise genau so gut. Die mediale Präsenz ist ja kein Garant dafür, dass man beim Livekonzert die Leute in Stimmung versetzt und sie zum Abtanzen bringt. Es ist aber sehr hilfreich, wenn es um Besucherzahlen geht. Ich bin sehr dankbar dafür dass wir im TV wöchentlich die Möglichkeit haben uns zu präsentieren freuen uns aber auch ein Publikum zu erkämpfen dass uns noch nicht aus Medien kennt. Es funktioniert überall – unsere Musik scheint universell zu sein und unabhängig von Sprache die in dem Land gesprochen wird oder Musikrichtung auf die sich ein bestimmtes Festival konzentriert.

Wie sehr kennt man euch in Russland bzw den unzähligen Ex-Sowjetischen Teilrepubliken und gibt es Pläne auch dort zu touren?

Wir hatten bis jetzt vereinzelte Anfragen aus Russland, wo es sich noch nicht ausgezahlt hat hin zu fahren. Wann der Prophet in sein Land kommt ist noch nicht fix, aber er ist am Weg dorthin.

Apropos Willkommen Österreich. Wie hat die Sendung eure Popularität beeinflusst? Könnt ihr euch noch unerkannt in Wien/Österreich bewegen?

Natürlich erkennen uns die Leute auf der Strasse immer wieder, aber es hält sich im Rahmen des Erträglichen. Lustig war, wie ich ein Pärchen gehört habe wo die Frau auf mich zeigte und zu ihrem Mann sagte: "Schau, der ORF geht da."

Nehmen euch die Leute als eigenständige Band wahr oder eher als die "Band von Stermann und Grissemann"?

Wenn man zu unserem Konzert kommt, hat man dann auch keine andere Wahl. Wir sind eine eigenständige Band und präsentieren es auch so auf der Bühne.

Die bisher geplante Tour geht bis Ende August. Wie schauen die mittelfristigen Pläne für danach aus?

Danach geht es weiter, wir haben einiges vor im internationalen Bereich, wir werden es in anderen Ländern entwickeln, auf uns wartet  Japan, Amerika, Brasilien…

Ist Russkaja für euch ein Fulltime-Job, oder muss man neben dem Musizieren einem "normalen" Beruf nachgehen, um über die Runden zu kommen?

Es kommt darauf an, welchen Lebensstil man verfolgt. Ich als familiärer Mensch habe viele Ausgaben bei  4 Kids, da ist in den Zeiten, wo wir an einem Album arbeiten und nicht live spielen schon eine gewisse Durststrecke durchzuhalten. Ich arbeite immer wieder als Spreche für Russisch. Sei es für Museen, Touristik oder Wirtschaftstexte, die ich spreche. Meine Kollegen in der Band sind fast alle als Musiklehrer beschäftigt, eine sichere Basis ist da nicht verkehrt.

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