Russland bombardiert Spital mit Giftgas-Opfern

Bei einem Luftangriff in der Stadt Chan Schaichun wurde Giftgas abgeworfen. Mindestens 58 Menschen sind tot, auch Kinder sind unter den Opfern.

Wie die Medienseite "Conflict News" berichtet, wurde die syrische Stadt Chan Schaichun am frühen Dienstagmorgen bei einem Luftangriff mit Giftgas bombardiert.

Ersten Berichten zufolge sollen mindestens 58 Menschen durch den Gasangriff getötet worden sein, weitere 200 Menschen kamen in Berührung mit dem gefährlichen Kampfstoff. Später wurde auch das Spital, das die Giftgasopfer beherbergt, bombardiert. Augenzeugen berichteten gegenüber der "Bild", dass es sich dabei um einen russisches Kampfflugzeug gehandelt haben soll. Insgesamt acht Angriffe auf das Krankenhaus habe der Jet durchgeführt. "Die Angriffe zerstörten Teile des Krankenhauses und verletzten mehrere Patienten, die dort gerade wegen der Giftgas-Angriffe behandelt wurden, darunter Frauen und Kinder," so der Journalist Yaman Khatib gegenüber der "Bild".

Opfer haben Schaum vor dem Mund

Via Twitter veröffentlichte "Conflict News" Bilder, die das schreckliche Ausmaß des Angriffs zeigen. Der Boden ist übersät mit Leichen, darunter auch mehrere Kinder. Die Überlebenden versuchen das Gift mit Wasser von den Häusern und Böden zu waschen. Aktivistengruppen stellten Videos von den Opfern ins Netz: Auch ein kleines Mädchen wurde gefilmt, das Schaum vor dem Mund hatte und beatmet wurde. Andere rangen in den Aufnahmen offenbar um Atem.

Medienberichten zufolge soll nach Aussage eines Arztes die hochgiftige Chemikalie Sarin zum Einsatz gekommen sein. Das Nervengift ist bereits in geringen Mengen tödlich. Sarin ist deshalb so gefährlich, weil der Stoff auch über die Haut aufgenommen wird – eine einfache Atemschutzmaske ist als Schutz wirkungslos.

Die Stadt Chan Schaichun liegt in der Gouvernement Idlib im Westen des Landes, auf halber Wegstrecke zwischen Aleppo und Homs. Idlib wird zu großen Teilen von einem Rebellenbündnis kontrolliert, das vom ehemaligen Al-Qaida-Ableger Al-Nusra-Front angeführt wird. Die Gruppe trägt mittlerweile den Namen Fateh al-Scham.

Im Syrien-Konflikt haben sowohl die Regierung als auch die Jihadistenmiliz Islamsicher Staat (IS) bereits Giftgas eingesetzt, wie eine Untersuchungskommission der UNO in einem Bericht festhielt. Neue Sanktionen gegen Damaskus wegen des Einsatzes von Giftgas scheiterten Ende Februar im UN-Sicherheitsrat am Veto Russlands und Chinas.

(rcp)

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