Niemand auf der Welt investiere mehr in Terrorismus als Russland, sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski in einer Videobotschaft in der Nacht zu Freitag. Dies erfordere eine "rechtliche Antwort auf globaler Ebene": Russland solle als "staatlicher Sponsor des Terrorismus" anerkannt werden. In den USA haben US-Senatoren bereits eine entsprechende Resolution auf den Weg gebracht. Die Entscheidung darüber liegt aber beim US-Außenministerium, das auch die offizielle Liste der Terrorismus unterstützenden Staaten führt.
Die Liste Sie umfasst derzeit die Länder Syrien, Iran, Kuba und Nordkorea. Sie werden von den USA mit strikten Sanktionen belegt. Indes wird überraschen die Energieminister Algeriens, Nigerias und des Niger. Sie haben eine Absichtserklärung über ein riesiges Gaspipeline-Projekt unterzeichnet, das Europa eine Alternative zu den russischen Lieferungen bieten könnte. Nach Angaben der staatlichen algerischen Nachrichtenagentur APS unterzeichneten die Minister die Erklärung nach Gesprächen in Algiers über den Stand des Projekts. Deren Inhalt wurde zunächst nicht veröffentlicht.
Das Projekt sieht vor, Milliarden von Kubikmetern Gas aus Nigeria über eine mehr als 4.000 Kilometer lange, sogenannte Trans-Sahara-Gaspipeline (TSGP) durch den Niger nach Algerien zu transportieren. Von dort aus könnte es über die Transmed-Pipeline durch das Mittelmeer nach Italien gepumpt oder für den Export auf Flüssiggas-Tanker verladen werden. Die TSGP könnte zudem die Märkte entlang ihres Wegs versorgen.
Das Projekt lag viele Jahre lang auf Eis, doch seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist das Interesse an ihm wieder deutlich gestiegen. Mehrere europäische Länder und die EU setzen seit der russischen Invasion alles daran, ihre Erdgasimporte aus Ländern außerhalb Russlands aufzustocken. Zu den alternativen Lieferanten gehört auch Algerien.