Wirtschaft

S&P stuft auch sieben weitere Euro-Länder ab

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:37

Am Freitag wurde Österreichs Bonität von der Ratingagentur Standard & Poor's herabgestuft. Damit stehen wir in Europa nicht alleine da. Auch Frankreich und sieben weitere Euro-Länder verloren ihren Triple-A-Status. Faymann und Spindelegger finden das S&P-Urteil unverständlich, Frankreichs Finanzminister findet das Urteil sei "keine Katastrophe", während Finanzministerin Fekter sich Sorgen macht, dass die Bank-Austria-Haftungen das Budget belasten könnten.

. Damit stehen wir in Europa nicht alleine da. Auch Frankreich und sieben weitere Euro-Länder verloren ihren Triple-A-Status. Faymann und Spindelegger finden das S&P-Urteil unverständlich, Frankreichs Finanzminister findet das Urteil sei "keine Katastrophe", während Finanzministerin Fekter sich Sorgen macht, dass die Bank-Austria-Haftungen das Budget belasten könnten.

Neben Österreich und Frankreich stufte S&P am Freitagabend auch Italien, Spanien, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Malta und Zypern herab. Deutschland, die Niederlande, Luxemburg und Finnland bewertet die Agentur weiter mit der Spitzennote AAA. Italien wurde sogar auf Tiple-B herabgestuft.

Außer für Deutschland und die Slowakei sieht Standard & Poor's den Ausblick für die Bonität aller Euro-Staaten negativ. Schwierigkeiten gibt es derzeit auch in Griechenland, wo der geplante Schuldenschnitt mit Bankenbeteiligung noch nicht unter Dach und Fach ist.

Schlechte Aussichten für Österreich

Österreichs Aussichten sind laut S&P alles andere als rosig. Die Ratingagentur glaubt, dass "für eine weitere Herabstufung des Ratings in 2012 oder 2013 eine Wahrscheinlichkeit von mindestens einem Drittel besteht." Die engen Wirtschaftsbeziehungen mit Ungarn und Italien und deren schlechte Wirtschaftslage sind für die Herabstufung Österreichs verantwortlich.

Milliardenschwere Haftungen für Bank-Austria

Finanzministerin Maria Fekter (V) meinte, dass milliardenschwere Haftungen der Stadt Wien schlagend werden könnten, sollte es bei der Bank-Austria-Mutter UniCredit "etwas geben". Dies würde den Staatshaushalt belasten.

Faymann und Spindelegger finden S&P-Urteil unverständlich

Bundeskanzler Werner Faymann (S) und Vizekanzler Michael Spindelegger (V) bezeichneten die Abstufung der Bonität Österreichs durch die Ratingagentur Standard & Poor's am Freitagabend als unverständlich. In einer gemeinsamen Pressemitteilung sprachen sie von einem Alleingang, verwiesen auf das Festhalten der Agenturen Moody's und Fitch am Triple-A-Rating und kritisierten die ungleiche Behandlung einzelner Eurozonen-Mitgliedsstaaten durch S&P. Nationalbank-Chef: "Demonstration gegenüber Euroraum"

Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny wertete die Herabstufungen durch S&P als "spektakuläre Demonstration gegenüber dem Euroraum", sagte aber gleichzeitig, dass die Herabstufung erst "gravierende Konsequenzen" habe. S&P wolle damit darauf hinweisen, dass die Finanzstabilisierung im Euro-Raum zu langsam verlaufe. Die mangelnde strukturelle Reformpolitik in Österreich sei "ganz klar die Hauptursache für den jetzigen Verlust der Top-Bonität Österreichs", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Veit Sorger.

Frankreichs Finanzminister: "Keine Katastrophe"

"Es sind nicht die Ratingagenturen, die Frankreichs Politik diktieren", sagte Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Francois Baroin. Der Verlust der Note "AAA" sei keine gute Neuigkeit, aber auch keine Katastrophe.

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