Nobel-Skiort warnt davor, Obdachlosen zu helfen

Ein angebliches Mail der Gemeinde Saalbach-Hinterglemm sorgt für Aufregung im Netz. Darin werden die Bewohner aufgefordert, einem Obdachlosen nicht zu helfen.
Wie soll eine Gemeinde mit Obdachlosen umgehen? Eine schwierige Frage, auf die der Salzburger Nobel-Skiort Saalbach-Hinterglemm eine wenig rühmliche Antwort gefunden hat.

"Falter"-Chefredakteur Florian Klenk sorgte am Donnerstagabend mit der Veröffentlichung eines Emails, das aus dem Sekretariat der Gemeinde stammen und eine Information der örtlichen Polizei sein soll, für Aufsehen.

"Leider keine Handhabe gegen ihn"

In der "Mitteilung an alle Einwohner und Betriebe" wird vor einem Obdachlosen gewarnt, der sich in Saalbach-Hinterglemm "durch Betteln über Wasser hält". Gleichzeitig wird dazu aufgefordert, ihm kein Geld oder Lebensmittel zu spenden.

CommentCreated with Sketch.10 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Dass der Bettler der betuchten Gemeinde ein Dorn im Auge ist, zeigt sich in den letzten Zeilen: "Leider gibt es aus polizeilicher Sicht keine Handhabe gegen ihn. Ebenso wird gebeten, die Haustüren und Fenster zu verschließen, um einen unerwünschten Besuch oder eine Übernachtung zu verhindern."

Wohnhäuser durchsucht?

Damit dürfte der noble Skiort sich einen ordentlichen Shitstorm eingefangen haben: "Unfassbar", "Echt zum Fremdschämen", "Nie mehr Saalbach", ist in den Kommentaren darunter zu lesen. Viele verweisen auf christlich-soziale Werte, bzw. dem Nichtvorhandensein derselben.

Ein Einheimischer bestätigt an selber Stelle zwar die Echtheit des Mails, die Situation sei aber etwas anders, als von Klenk dargestellt. Er hätte die betreffende Person schon in seinem Haus bei der Suche nach Wertsachen ertappt: "Mein Vater ist rein gegangen und er ist weg gelaufen ...", schildert der Saalbacher.

Klenk selbst hat sich sein Urteil jedenfalls schon gebildet: "Das stinkreiche Saalbach-Hinterglemm und der Obdachlose:

Zu St. Martin spielen die Kinder dann sicher wieder Mantel-Teilen und vor der Pfarre teilen alle miteinander das Brot", kommentierte er das Mail auf Facebook.

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(red)

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