Marcel Sabitzers Aktie zeigt steil nach oben. Mit 26 Jahren könnte es für den Grazer kaum besser laufen. Jüngst wurde er von Julian Nagelsmann bei RB Leipzig zum Kapitän ernannt. Seine neue, tiefere Rolle im Mittelfeld-Zentrum meistert er mit Bravour. Sabitzer war maßgeblich am Halbfinal-Einzug in der Champions League beteiligt, erst Paris Saint-Germain konnte die Bullen stoppen. Das Fachmagazin "kicker" zählt ihn zu den besten defensiven Mittelfeldspielern der Bundesliga. Das beweist seine Variabilität. Beim ÖFB kam er bisher stets in offensiven Rollen zum Einsatz.
Das wird wohl auch in den beiden Nations-League-Matches in Norwegen (4. September) und gegen Rumänien (7. September, Klagenfurt) so sein. Teamchef Franco Foda muss nach den Absagen von Marko Arnautovic, Alessandro Schöpf und Bayern-Superstar David Alaba auf mehreren Positionen umbauen.
So richten sich beim aktuellen Lehrgang alle Augen auf Sabitzer. Der Leipzig-Legionär findet an seiner Führungsrolle aber wenig Positives. Bei der Pressekonferenz am Dienstag geizte er mit Vorfreude auf die Länderspiele. "Es macht einfach keinen Spaß", ließ er aufhorchen.
Was er meint? Den neuen, Corona-bedingten Fußballer-Alltag. "Du bist das Objekt, das alles so ausführen muss, du musst halt deinen Job erledigen." Die Spieler müssen regelmäßige PCR-Tests absolvieren, besonders penibel auf die Einschränkung von sozialen Kontakten achten.
Sabitzer fehlen aber vor allen Dingen die ausgesperrten Fans. Das Saisonfinish wurde in den europäischen Topligen und im Europacup vor leeren Tribünen ausgespielt. Nicht nur den Fans fehlen ihre Stadienbesuche - die Kicker vermissen die Stimmung.
Die Absage von Arnautovic wird bei Sabitzers Verstimmung ebenfalls eine Rolle spielen. Der China-Legionär kann dem ÖFB-Team wegen der strengen Aus- und Einreisebestimmungen im Reich der Mitte nicht helfen.