Sacher-Chef will "lieber gestern als morgen" aufsperren

Sacher-Chef Matthias Winkler: "Hotellerie ist etwas mehr als nur Wirtschaft."
Sacher-Chef Matthias Winkler: "Hotellerie ist etwas mehr als nur Wirtschaft."Alex Halada / AFP / picturedesk.com
Für Sacher-Chef Matthias Winkler sind die neuen Corona-Hilfen genug, um durch die Krise zu kommen. Aufsperren würde er gerne so schnell wie möglich.

Die Europäische Union hat den Rahmen für Corona-Hilfszahlungen massiv erhöht, laut Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) würde die nationale Regelung schnellstmöglich angepasst und erhöht. Unternehmen, die zuvor maximal 800.000 Euro an Hilfen erhalten hatten, können nun bis zu 1,8 Millionen Euro bekommen, bei den Fixkostenzuschüssen wurde die Maximalsumme von sechs auf zehn Millionen Euro erhöht.

Zusammenzuhalten, auch wenn es schwierig sei, und trotz schwieriger Situation gemeinsam zu arbeiten, zahle sich aus, so Matthias Winkler, Chef des Wiener Luxushotels Sacher, im Ö1-"Morgenjournal". Die früheren Rahmenbedingungen bei den Corona-Hilfen seien gut für kleine Unternehmen gewesen, die jetzigen gut für mittlere und große Unternehmen, so der Hotelier. Einzig für die "ganz Großen" seien sie noch nicht ausreichend.

"Hotellerie ist ein bisschen mehr als nur Wirtschaft"

Dem "Sacher" gehe es aber halbwegs gut mit der Regelung, so Winkler. Das Jahr 2020 sei das schlimmste gewesen, nun erwarte man mit 2021 ein Jahr der Erholung mit Testungen und Impfungen, sagt der Hotelier. Er rechne aber langfristig, für eine komplette Erholung brauche es vier bis fünf Jahre. Ein Luxushotel könne man nur mit einer Auslastung von 45 bis 50 Prozent positiv führen, so der Hotelier, das sei heuer aber "nicht in Reichweite".

"Wir würden lieber gestern als morgen aufsperren", sagt Winkler zur derzeitigen Lockdown-Situation, auch wenn die Hotel-Auslastung unter den notwendigen 45 bis 50 Prozent Auslastung bleiben würde: "Wirtschaftlich macht das unter 50 Prozent keinen Sinn, aber Hotellerie ist ein bisschen mehr als nur Wirtschaft." Winkler weist auch darauf hin, dass niemand mit den Hilfszahlungen Gewinne mache, sie würden einzig zur Abdeckung der Verluste dienen.

"Nicht um jeden Preis"

Den Wirbel um die Öffnung der Skibetriebe und Massenaufläufe in den Skigebieten sieht der Hotelier zwiegespalten. Er verstehe jede wirtschaftliche Not und hinter jedem Betrieb stünden Familien und Personen in Not.

Wer allerdings aufsperre, ohne einen sicheren Betrieb gewährleisten zu können, verschlechtere die Startbedingungen für alle anderen Betriebe und werfe ein schlechtes Licht auf die gesamte Branche. "Wir kämpfen auch, wir wollen wieder aufsperren, und wir denken, wir können sicher wieder aufsperren, aber nicht um jeden Preis", so Winkler.

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