Szene

Salzburg-Intendant flüchtet an die Scala

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:54

Riesenkrach in Salzburg: Festspiel-Chef Alexander Pereira will nach monatelangen Streitereien den Hut drauf werfen und an die Mailänder Scala. 2015 solls los gehen, dabei ist er offiziell noch bis 2016 bei den Salzburger Festspielen. Dort machte man ihm in letzter Zeit das Leben schwer - vielleicht mit ein Grund, warum er den Job in der Mailänder Scala zum Spottpreis übernimmt.

Riesenkrach in Salzburg: Festspiel-Chef Alexander Pereira will nach monatelangen Streitereien den Hut drauf werfen und an die Mailänder Scala. 2015 solls los gehen, dabei ist er offiziell noch bis 2016 bei den Salzburger Festspielen. Dort machte man ihm in letzter Zeit das Leben schwer - vielleicht mit ein Grund, warum er den Job in der Mailänder Scala zum Spottpreis übernimmt.

Pereira, so sagt man, hat in Salzburg viele Neider. Der Hauptgrund: Nun lacht die schöne Daniela strahlend aus der Loge in der Scala. Doch dass ihm die feinen Leute von Salzburgs Hautevolee den Erfolg nicht gönnen, davon will an der Salzach niemand etwas wissen.

Der offizielle Grund für die Konflikte zwischen dem Intendaten und dem Festspielkuratorium sind Streitereien um Struktur, Konzepte und vor allem um Geld. Bereits vor Pereiras erstem Festspielsommer im Juni 2012 verlangte Kurator LHStv. Wilfried Haslauer (V), Vorsitzender dieses Jahres, ein "langsameres Wachstum" der Festspiele. Konkret: Pereira hat ein Budget in der Höhe von 64 Mio. Euro vorgelegt. Das Kuratorium stieg auf die Bremse und genehmigte vorerst nur 60 Mio. Euro für 2013. Prompt drohte Pereira mit Rücktritt, sollte sein höheres Budget nachträglich nicht doch abgesegnet werden. Dabei kam Pereira 2009 als "stabilisierender Faktor". Das war dann wohl nichts.

Pereira will "Vertrag erfüllen"

Der umtriebige Intendant möchte seinen Vertrag als Intendant der Salzburger Festspiele nicht vorzeitig auflösen. "Ich will auf jeden Fall meinen Vertrag hier erfüllen", sagte er nach dem Bekanntwerden seiner Designierung als Intendant der Mailänder Scala den "Salzburger Nachrichten" (Mittwoch-Ausgabe).

"Es würde wohl auch nicht so leicht, einen Spontannachfolger zu finden, der fertig geplante Saisonen 2013, 2014 und 2015 abwickelt. Die gültigen Verträge über die Programme liegen ja bereits vor. So etwas lässt sich doch ein neuer Intendant nicht vor die Nase setzen. Ich war fleißig und habe gut geplant. Und ich habe das Budget fixiert und will für die Zukunft auch die Sponsoren stabilisieren", so Pereira, der am Mittwochfrüh von München nach Mailand fliegen wird, in dem Interview weiter.

Doppelfunktion trotz Salzburger Widerstands?

Eine Doppelfunktion für Salzburg und Mailand "geht ganz sicher", ist Pereira überzeugt. "Ich habe ja auch von Mai 2009 bis Juli 2012 als Operndirektor in Zürich parallel für die Salzburger Festspiele gearbeitet. Ich habe viel Energie. Man kann mir alles nachsagen, aber sicher nicht, dass ich faul bin. Und man kann Opern ja auch von zu Hause aus planen." Pereiras Vertrag mit den läuft noch bis 2016. Das Kuratorium hatte bis zuletzt betont, dass dieser Vertrag keine Nebentätigkeit erlaube. Eine Stellungnahme der Festspiele zur Scala-Entscheidung gab es bisher nicht.

Pereira macht Mailand zum Spottpreis

In Mailand löst Pereira Stephane Lissner nach, der an die Opera de Paris wechseln wird. Nach Angaben des Mailänder Bürgermeisters Giuliano Pisapia wird Pereira ein um 25 Prozent geringeres Gehalt beziehen als sein Vorgänger. In Mailand setzte sich Pereira gegen hochkarätige Kandidaten durch. Neben Pereira galten der Intendant des Piccolo Teatro in Mailand, Sergio Escobar, sowie der Intendant der Amsterdamer Oper, Pierre Audi, als Mitfavoriten im Rennen um Lissners Nachfolge.

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