Szene

Salzburger Festspiele: Programm wird bunt

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:17

Der Intendant der Salzburger Festspiele, Alexander Pereira, hat am Dienstag das Festspielprogramm für das kommende Jahr mit 280 Veranstaltungen präsentiert. Die Festspiele dauern von 18. Juli bis 31. August 2014 und werden sich in vielen Programmpunkten am Ersten Weltkrieg orientieren, dessen Ausbruch sich im kommenden Jahr zum hundertsten Mal jährt.

Oper:

Neu in der Oper sind "Don Giovanni", "Rosenkavalier", die Uraufführung von "Charlotte Salomon" von Marc-Andre Dalbavie, "Il Trovatore" von Verdi und Franz Schuberts Oper "Fierrabras", die zum ersten Mal bei den Salzburger Festspielen zu erleben sein wird. Dirigieren wird Ingo Metzmacher statt Nikolaus Harnoncourt. An Sven-Eric Bechtolf als Regisseur, Christoph Eschenbach als Dirigent und den Wiener Philharmonikern hält Pereira trotz der national und international überwiegend katastrophalen Kritik an der "Cosi" von 2013 fest (ab 27. Juli).

Gespielt wird auch eine Wiederaufnahme von "La Cenerentola" von den Pfingstfestspielen, einer konzertanten Produktion von "La Favorite" von Gaetano Donizetti mit Elina Garanca und Juan Diego Florez in den Titelrollen sowie dem "Projekt Tristan und Isolde" (Vorspiel, zweiter Aufzug und Isoldes Liebestod) von Daniel Barenboim und West Eastern Divan Orchestra.

Theater:

Noch deutlicher als in der Oper ist das Jahresthema "Krieg" im Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele zu spüren.

Theater-Chef Sven-Eric Bechtolf bringt "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus. Matthias Hartmann wird diese Koproduktion mit dem Wiener Burgtheater inszenieren.

"Don Juan kommt aus dem Krieg" von Ödön von Horvath schlägt in dieselbe Kerbe, ein Stück, das laut Bechtolf sowohl den Mythos Don Giovanni als auch die Niedergeschlagenheit des Ständestaates "zwar nicht heiter, aber wunderbar melancholisch" analysiert. Präsentiert wird die Andreas Kriegenburg-Neuinszenierung auf der Halleiner Pernerinsel. Ebendort spielt auch "The forbidden Zone", eine Uraufführung nach einem Text von Duncan Macmillan in der Inszenierung von Katie Mitchell. Die Britin zeichnete bereits 2009 für Nonos Oper "Al gran sole carico d'amore" verantwortlich.

Als eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg gilt "Golem" nach Motiven von Gustav Meyrink. "Dieses Werk nach der alten jüdischen Sage war einer der ersten Bestseller in der Geschichte des Buchhandels", erklärte Bechtolf. Auch "Golem" spielt im Landestheater und zwar - genau wie "The forbidden Zone" - auf Englisch mit deutschen Übertiteln.

"Jedermann" bleibt gleich

Der 2013 neu inszenierte und überaus erfolgreiche "Jedermann" bleibt, wie er war, und zwar in allen Rollen und Details. In der Reihe "Young Directors Project" kommen "Hinkemann" von Regisseur Milos Lolic. Die Tragödie von Ernst Toller ist eine Koproduktion mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus. Das zweite YDP-Stück heißt "36566 Tage" und wird mit der Studienabteilung "Schauspiel" der Uni Mozarteum koproduziert.

"Orpheus" ist das einzige Gastspiel dieses Theatersommers in Salzburg, es kommt vom britischen Little Bulb Theatre Kent. "Der Abschied" heißt ein Stück über Georg Trakl, an dem Büchner-Preisträger Walter Kappacher für die Festspiele schreibt.

Verzichtet hat Bechtolf heuer auf die neue Bühne im Residenzhof, trotz des Publikumserfolgs und trotz der langen Wartelisten nach Eintrittskarten beim "Sommernachtstraum" im vergangenen Sommer. Auch Kindertheater wird es keines geben.

Konzert:

Bei der Reihe "Ouverture spirituelle" spielt geistliche Musik des Islam eine zentrale Rolle. So werden die Musiker und Ordensbrüder von Al-Tariqa Al-Gazoulia ihre Sufi-Rituale erstmals in profaner Umgebung präsentieren und versuchen, das Salzburger Festspielpublikum in "Verzückung und Ekstase" zu versetzen, wie die Festspiele ankündigten.

Unter den christlichen "Klassikern" stehen "Die Schöpfung" von Haydn, "Die Krönungsmesse" und die "c-moll-Messe" von Mozart, "Dixit Dominus" von Händel, "Marienvesper" von Monteverdi oder "Requiem" von Max Reger. Jordi Savall steuert ein "Bal.Kan: Blut und Honig", einen musikalischen Streifzug durch den Balkan, bei, und Hossam Mahmoud wurde zur Komposition von "Seelenfäden" für Sufi-Sänger beauftragt. Insgesamt dauert die Ouverture spirituelle mehr als zwei Wochen, und zwar von 18. Juli bis zum 3. August.

Sechs "Philharmonische"

Die Wiener Philharmoniker spielen 2014 erstmals sechs statt wie bisher üblich fünf "Philharmonische" - die Dirigenten heißen Barenboim, Chailly, Jordan, Muti, Dudamel und Gatti. Auf dem Programm unter anderem alle jene fünf Bruckner-Symphonien, die dieses Orchester uraufgeführt hat, nämlich Nr. 2, 4, 6 und 8 sowie die zweite Fassung von Nr. 5. Darüber hinaus kommen Dirigenten wie Jansons, Harnoncourt, Haitink, Dohnanyi, Rattle, Cambreling, Minkowski, Fischer oder Gardiner im kommenden Sommer nach Salzburg und präsentieren Musik unter anderem von den "Jahreskomponisten" Wolfgang Rihm, Anton Bruckner und Marc-Andre Dalbavie.

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