Österreich

Salzburger "Wut-Wirt" schwindelte FB-User an

Heute Redaktion
13.09.2021, 21:27

Der Salzburger Werner Purkhart sammelte auf Facebook Geld um eine Strafe zu zahlen, für die er die Krankenkasse verantwortlich machte. Tatsächlich beschäftige er Schwarzarbeiter.

Der Gastronom Werner Purkhart musste ins Gefängnis. Jedoch nicht wegen einer schweren Straftat, sondern wegen einer Geldstrafe der Salzburger Gebietskrankenkasse von 13.400 Euro, behauptete er auf Facebook. Er habe Mitarbeiter nach seinem Public-Viewing-Event zur EM zu spät abgemeldet, so die Version des Salzburgers und gehe nun lieber ins Gefängnis als die Strafe zu zahlen.

Auf Facebook kam es daraufhin zu einer Welle der Solidarität für den Gastronomen. Es wurden Spenden gesammelt, um seine Geldstrafe zu zahlen. Auch NEOS-Politiker Sepp Schellhorn stärkt dem Häftling den Rücken. "Auf kleine Unternehmer wird hin gehauen, den Großen lässt man alles durchgehen. Ich will Fairness besonders für kleine und mittlere Unternehmer", erklärt er auf Facebook.

"Ein falsches Mascherl"

Doch die Version, die der Gastronom auf Facebook geschildert hatte, dürfte nicht der Wahrheit entsprechen. Die Salzburger Gebietskrankenkasse erklärte, die Veranstaltung nie geprüft zu haben und gar keine Strafen verhängen zu können.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Die Strafe kam tatsächlich von der Finanzpolizei, da Purkhart 15 Mitarbeiter schwarz beschäftigt hatte, wie der "Standard" berichtet. Gegenüber der Zeitung gestand der "Wut-Wirt" ein, der Causa "ein falsches Mascherl" verpasst zu haben. Mit 13.400 Euro erhielt er in den Fällen sogar jeweils nur die Mindeststrafe aufgebrummt.

Schellhorn gesteht Fehler ein

Inzwischen ist Purkhart zur Haftunterbrechung aus dem Gefängnis entlassen worden. Freunde haben zumindest einen Teil der Strafsumme gesammelt. NEOS-Mandatar Schellhorn betonte, Er goutiere Schwarzarbeit in keinster Weise. Und er werde sich bei der Gebietskrankenkasse entschuldigen. (red)