Smartphone-Test

Samsung Galaxy S24 Ultra im Test: Absoluter Handy-Olymp

Samsungs neues Highend-Flaggschiff Galaxy S24 Ultra ist stark wie nie. Neue Funktionen mit Künstlicher Intelligenz machen es jetzt zum Überflieger.

Rene Findenig
Samsung Galaxy S24 Ultra im Test: Absoluter Handy-Olymp
Sieht fantastisch aus, ist gerüstet für jede Aufgabe und nun auch schlau dank Künstlicher Intelligenz: das Samsung Galaxy S24 Ultra.
Rene Findenig

Es ist das teuerste, aber auch das beste Modell im Smartphone-Stall von Samsung: das Galaxy-Ultra-Modell, dieses Mal in der Ausführung S24. Und dieses Mal schlägt Samsung nicht nur einmal mehr sich selbst, sondern liefert mit dem Galaxy S24 Ultra das derzeit mit Abstand beste Handy überhaupt ab. Das hat seinen Preis: 1.449 Euro werden mindestens (!) für das Smartphone fällig. Wer dagegen gleich 512 Gigabyte (GB) statt 256 GB internen Speicher haben will, muss dafür dann schon 1.569 Euro hinblättern. Und soll es die Speicherversion mit 1 Terabyte (TB) sein, kostet das 1.809 Euro. Die Preise haben sich im Vergleich zu den Vorgängermodellen des Galaxy S23 Ultra minimal verändert. Das 256-GB-Modell wurde 50 Euro teurer (aber hat nun auch 12 statt 8 GB Arbeitsspeicher), das 1-TB-Modell um 10 Euro billiger.

Beim Design gibt es heuer nicht nur beim Basis-Modell, sondern auch beim S24+ und S24 Ultra kaum erkennbare Neuerungen. Erfühlen lässt sich jedoch schnell, dass sich an drei Fronten etwas getan hat. Das Display ist nun wieder komplett flach statt an den Kanten abgerundet, was jene Nutzer freuen wird, die den an der Unterseite des Geräts versenkten S-Pen benutzen. Zudem sind wiederum die Rahmen-Seiten leicht abgerundet statt komplett flach. Und: Mit 232 Gramm ist das Ultra deutlich leichter geworden. Das liegt an einem neuen Titangehäuse, das zudem Fingerabdrücke und Kratzer gut fernhält. Der Rahmen des Testgeräts (Grau) ist in der Modellfarbe gehalten. Alternativ gibt es Schwarz, Violett, Gelb und online-exklusive Farben. Wunderschön sind wieder die fünf Kameralinsen, die sich aus der Rückseite hervorheben.

Das Display lässt die Konkurrenz richtig blass aussehen

Das 6,8 Zoll große und flache AMOLED-Display lässt die Smartpone-Konkurrenz blass aussehen. Displays waren immer schon die Stärke von Samsung, dieses Mal stellt man aber alles in der Handy-Welt in den Schatten. Mit 3.120 x 1.440 Pixel ist der Bildschirm gestochen scharf, Kontraste und Farben sind perfekt. Noch stärkeren Schutz gibt es durch Gorilla Glass Armor, das Kratzer noch besser abfängt und erstmals in der Handy-Welt zum Einsatz kommt. Es wird nicht die letzte Premiere beim Samsung Galaxy S24 Ultra gewesen sein. Gorilla Armor sorgt auch dafür, dass das Display im direkten Sonnenlicht weniger spiegelt, was zusätzlich mit einer rekordverdächtigen Spitzenhelligkeit von 2.600 Nits unterstützt wird. Die Bildwiederholrate wird wieder adaptiv von 1 bis 120 Hertz je nach Display-Inhalt geregelt. Noch besser geht es beim Handy-Bildschirm wirklich nicht mehr. Mit der Größe von 79 x 162,3 x 8,6 Millimeter muss es mit beiden Händen bedient werden. 

So sieht das Samsung Galaxy S24 Ultra aus:

    Es ist das teuerste, aber auch das beste <a rel="nofollow" data-li-document-ref="120016093" href="https://www.heute.at/s/samsung-galaxy-s24-im-test-dank-ki-der-iphone-killer-120016093">Modell im Smartphone-Stall</a> von Samsung: das Galaxy-Ultra-Modell, dieses Mal in der Ausführung S24.&nbsp;
    Es ist das teuerste, aber auch das beste Modell im Smartphone-Stall von Samsung: das Galaxy-Ultra-Modell, dieses Mal in der Ausführung S24.
    Rene Findenig

    Auch der Schutz des Smartphones ist sehr gut, es ist nach IP68-Zertifizierung staub- und wasserresistent. Im Lieferumfang ist wieder nur ein Ladekabel (USB-C zu USB-C) enthalten. Ein Netzadapter muss separat gekauft werden, wenn man keinen herumliegen hat. Schade: Es gibt "nur" einen Dual-SIM-Slot mit eSIM-Unterstützung, aber keine Unterstützung für Speicherkarten. Mit dem internen Speicher von 256 GB, mit dem das Ultra startet, gibt es aber von Haus aus viel Platz. Im Rahmen einer Aktion verdoppelt Samsung allerdings den Speicher. Wer in Österreich eines der neuen Galaxy-Modelle bis zum 30. Jänner 2024 bestellt oder kauft, erhält bei Samsung oder teilnehmenden Händlern den doppelten Speicherplatz zum niedrigen Preis (etwa 256 GB beim S24 zum Preis von 128 GB). Auch das +-Modell startet bei 256 GB.

    Künstliche Intelligenz ist der wahre Star des Smartphones

    Bereits beim Test des Basis-Modells haben wir die Künstliche Intelligenz ganz genau unter die Lupe genommen. Unter dem Titel "Galaxy AI" kommen nun auch jede Menge Funktionen mit Künstlicher Intelligenz (KI) auf das Samsung-Handy. Diese gleichen sich bei allen drei Modellen – S24, S24+ und S24 Ultra. Zum einen tut die KI das, was sie bei vielen Smartphones schon bisher gemacht hat: Im Hintergrund Arbeitsabläufe beschleunigen oder Fotos verschönern. Neu ist diese KI-Unterstützung auch bei Zoom-Fotos und in Umgebungen mit schlechten Lichtverhältnissen. Doch dieses Mal stellt Samsung auch eigene KI-Funktionen in den Vordergrund, die der Nutzer aktiv verwenden kann, statt sich nur über die automatischen Verbesserungen passiv zu freuen. Diese feiern auf den Samsung-Modellen Premiere und entstanden zum größten Teil in Zusammenarbeit mit Google. Dadurch bekommen auch Pixel-Handys ein KI-Update.

    KI-Suchfunktion – so funktioniert "Circle to Search":

    "Circle to Search" nennt sich eine der wohl interessantesten neuen Suchmethoden am Smartphone. Egal ob YouTube-Video, Foto oder Live-Bild in der Kamera-App, Nutzer können dank KI mehr über das Objekt herausfinden, das da gerade zu sehen ist. Dazu hält man am Handy einfach die virtuelle Home-Taste etwas länger gedrückt. Danach fordert einen das Smartphone auf, das gewünschte Objekt am Display einfach mit dem Finger (oder beim Galaxy S24 Ultra mit dem integrierten S-Pen) einzukreisen. Und schon spuckt das Smartphone fast wie von Zauberhand die Suchergebnisse aus – vom Namen der trendigen Adidas-Schuhe bis hin zum Händler, der die gesuchte Tasche verkauft. Das funktioniert in der Praxis perfekt, die Trefferquote bei Schuhen, Autos, Taschen, Rucksäcken, Schmuck und Co. war extremst hoch.

    Nur auf den ersten Blick gibt es keine Kamera-Neuerungen

    Sehr viele KI-Funktionalitäten gibt es zudem im Bild-Bereich. Zuvor aber zum Kamera-Setup des S24 Ultra, bei dem sich im Vergleich zum Vorgänger nicht sehr viel getan hat. Warum auch? Das S23 Ultra zählte zu den besten Kamera-Smartphones am Markt. Die Frontkamera mit 12 Megapixel (MP) teilen sich alle drei Modelle, das Kamerasystem auf der Rückseite mit 200 MP Weitwinkel, 50 und 10 MP Tele (alle drei mit optischer Bildstabilisierung) und 12 MP Ultra-Weitwinkel sowie Tiefensensor hat nur das Ultra. Optisch kann dreifach und fünffach ohne Qualitätsverluste gezoomt werden, digital ist ein 100x Zoom mit Mondfotografie vorhanden. Aus den Schwächen des Basis-Modells macht das Ultra damit Stärken, nämlich bei Nachtfotografie und bei Zoom-Aufnahmen. Tagsüber zeigen dann beim Heranzoomen von Logos und Co. selbst 100-fache Vergrößerungen noch brauchbare Bilder, eine Spielerei ist der Maximalzoom wie bei allen anderen aber dennoch.

    So schlägt sich die Kamera des S24 Ultra in verschiedenen Situationen:

      Das Ultra besitzt eine 200 / 50 / 10 / 12 MP Kamera. Hier: Standard-Aufnahme im Schatten bei Tag. Gleich kommt die KI zum Einsatz...
      Das Ultra besitzt eine 200 / 50 / 10 / 12 MP Kamera. Hier: Standard-Aufnahme im Schatten bei Tag. Gleich kommt die KI zum Einsatz...
      Rene Findenig

      Lässt man den Zoom weg, zeigen Nachtaufnahmen nun deutlich weniger Bildrauschen und messen sich mit den besten aller Smartphones. Tagsüber sind Schärfe, Details, Farben, Kontraste und Natürlichkeit der Aufnahmen überragend. Mit der KI zur Bearbeitung der Fotos wird es aber erst richtig interessant. "ProVisual Engine" nennt Samsung die Bild-KI, die ein ganzes Bündel an Werkzeugen bietet. Viele Möglichkeiten schlägt das S24 Ultra in der Foto-Galerie einfach gleich selbst vor. Mit den "Galaxy AI"-Tools lassen sich zum Beispiel Schatten oder Spiegelungen aus Aufnahmen entfernen, Fotos automatisch begradigen (funktioniert alles wunderbar) oder sogar Personen und Objekte im Bild neu anordnen, wobei die KI die freigewordenen Bildstellen generativ auffüllt (da braucht es manchmal mehrere Versuche, bis das Foto nicht zu künstlich aussieht). Bei Videos kann die KI Zeitlupe-Aufnahmen durch zusätzliche Einzelbilder auf Basis der Bewegungen erzeugen.

      Zweimal KI im Einsatz. Oben: Aus dem Original-Bild (links) werden Spiegelungen entfernt. Unten: Aus dem Original (links) wird eine Kunst-Installation (links unten im Bild) entfernt und durch eine KI-generierte Säule ersetzt.
      Zweimal KI im Einsatz. Oben: Aus dem Original-Bild (links) werden Spiegelungen entfernt. Unten: Aus dem Original (links) wird eine Kunst-Installation (links unten im Bild) entfernt und durch eine KI-generierte Säule ersetzt.
      Rene Findenig

      Bei Sprache tut sich KI noch schwerer – dennoch praktisch

      Mit KI bearbeitete Inhalte werden in der Galerie zur Erkennung mit einem kleinen Wasserzeichen ausgestattet, das sich aber leicht entweder retuschieren oder wegschneiden lässt. Noch nicht ganz so reibungslos klappt es mit der KI bei manchen Spracherkennungs-Möglichkeiten. Praktisch sind sie dennoch, sei es in Interview-Situationen, in der Uni-Vorlesung oder im Urlaub, vor allem wenn es um Übersetzungen in andere Sprachen (13 kann die KI bisher) geht. Was bereits super funktioniert: "Chat Assist" blendet in Nachrichten Umformulierungen für bestimmte Zwecke ein – von seriös klingend für das Mail des Chefs an die Mitarbeiter über leicht verständlich für die WhatsApp-Nachricht an Freunde oder locker flockig für das Posting in sozialen Netzwerken. Ebebfalls top sortiert optional "Note Assist" Notizen nach Themen.

      Die KI-Funktionen bei der Bildbearbeitung am S24 Ultra:

      "Live Translate" findet sich in einer nativen App und sorgt für Echtzeit-Übersetzung von Texten und Sprache, etwa bei der Hotel-Reservierung im Ausland. Ähnlich funktioniert auch die "Interpreter"-Funktion – Gespräche werden live auf einer geteilten Bildschirmansicht übersetzt, von einer Sprache, derer man nicht mächtig ist, in eine, die man versteht. In beiden Fällen reicht die KI völlig, um sich gut mit dem Gegenüber verständigen zu können. Vorsichtig muss man allerdings sein, wenn es auf die ganz genaue Bedeutung ankommt, etwa in geschäftlichen Konversationen. Da greift die KI manchmal daneben. Gleiches gilt, wenn man Gespräche per Audio-Rekorder aufnimmt und von der KI in Text umwandeln lässt. Bis zu vier Gesprächspartner werden erkannt, das Gesprochene beziehungsweise Wörter aber nicht immer ganz exakt.

      Brauchbare KI-Textfunktionen und die Frage der Nutzung

      Ganz vorbei ist es mit der KI-Erkennung übrigens, wenn es um Dialekte geht oder Diskussionsteilnehmer gleichzeitig statt sauber abgetrennt hintereinander sprechen. Geht es aber darum, einen Text in seiner Gänze automatisch zu formatieren und eine Kurzzusammenfassung zu erstellen, kann man sich auf die KI wiederum verlassen. Das funktioniert übrigens auch super mit langen Online-Berichten oder Erzählungen, nicht nur mit Selbstgeschriebenem. Sehr gut: Einige der KI-Funktionen brauchen keine Cloud-Anbindung, sondern funktionieren auch offline. Ein Fragezeichen gibt es allerdings noch. Keinen Zweifel haben wir daran, dass sich die KI weiter verbessern wird, ob sie aber kostenlos bleibt, ist offen. Samsung selbst nennt in einer Fußnote eine Gratis-Nutzung bis Ende 2025 – was danach passiert, ist bisher völlig unklar.

      So funktionieren Textprotokolle und Zusammenfassungen:

      Abseits der KI ist die generelle Leistung des Galaxy S24 Ultra überragend. Anders als die ebenfalls starken Schwesternmodelle S24 und S24+ mit ihrem Exynos 2400 gibt es beim Ultra einen brandneuen Snapdragon 8 Gen 3 Prozessor. Dieser in Verbindung mit richtig starken 12 GB Arbeitsspeicher macht aus dem Ultra ein Kraftpaket, das sich an einen Monitor gehängt mit der Leistung von Desktop-Computern messen kann. Arbeiten, Gamen, Multitasken und Videobearbeiten funktionieren blitzschnell, Wartezeiten gab es im Test nicht. Das untermauern auch überragende Werte im Leistungstest mit der App Geekbench 6. Hier messen wir im "Heute"-Test beeindruckende Zahlen, die das Vorgaängermodell Samsung Galaxy S23 Ultra um Längen schlagen (S24 Ultra: CPU Single Core 2.300, Multi Core 7.158, GPU 15.008; S23 Ultra: 1.886, 5.000, 8.813). Die Leistung liegt auf Höhe der aktuellen iPhones, die bisher als die stärksten Mobilgeräte am Markt galten. 

      Samsung Galaxy S24 Ultra im Test: Absoluter Handy-Olymp

      Mit all der Leistung ist klar, dass man das neue Samsung Galaxy S24 Ultra ziemlich lange in Verwendung haben kann, ohne dass es veraltet wirkt. Auch in dieser Hinsicht gibt es nun hervorragende Nachrichten. So spendiert Samsung den Nutzern eines der größten Update-Versprechen am Markt. Sieben Generationen OS-Upgrades und sieben Jahre Sicherheitsaktualisierungen wird es beim S24 geben, aktuell laufen die Smartphones auf der Android-14-basierten Oberfläche One UI 6.1. Auch die übrigen Ausstattungsmerkmale lesen sich wie eine Liste der Superlative: 5G, 8K-Wiedergabe mit 60 Bildern pro Sekunde und 8K-Aufnahme mit 30 Bildern pro Sekunde, USB-Typ-C-Anschluss (USB 3.2), zweimal Nano-SIM plus eSIM, Bluetooth 5.3, Wi-Fi 7, NFC, Ultra Wide Band, schnell reagierender Fingerabdrucksensor im Display, Stereo-Lautsprecher mit Dolby Atmos und Sicherheit durch Samsung Knox.

      So funktioniert der KI-Übersetzer am S24 Ultra:

      5.000 Milliamperestunden (mAh) misst der Akku beim Samsung Galaxy S24 Ultra, das reicht für eineinhalb bis zwei Tage Laufzeit bei durchschnittlicher Nutzung aus. Geladen wird allerdings weiterhin etwas gemächlicher als bei der Konkurrenz, per Kabel mit 45 Watt (voll in etwas über einer Stunde) sowie kabellos mit 15 Watt (rund zwei Stunden). Auch umgekehrt kann das Samsung Galaxy S24 Ultra laden, nämlich kabellose Geräte mit der Wireless-PowerShare-Funktion. Mit dem Samsung Galaxy S24 Ultra sind die Südkoreaner nun endgültig im Handy-Olymp angekommen. Das Modell überzeugt in allen getesteten Bereichen und ist das derzeit beste Smartphone, das man für Geld überhaupt kaufen kann. Die KI im Handy ist außerdem eine Innovation, die neben den Galaxy-Modellen nur Googles neue Pixel-Handys spendiert bekamen. 

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      Akt.