Samsung Galaxy Watch 4 im Test: Zeit für die beste Uhr

Die Samsung Galaxy Watch 4 nutzt nicht nur erstmals das Google-System Wear OS 3.0, sondern sticht auch gleich noch so gut wie alle Mitbewerber aus.

Bisher setzten Galaxy-Smartwatches auf das hauseigene Betriebssystem Tizen, die neue Galaxy Watch 4 (startet bei 269 Euro) kommt allerdings mit Wear OS 3.0 und der Oberfläche One UI Watch 3.0 daher, was einer Kooperation von Google mit Samsung zu verdanken ist. Ganz Samsung bleibt jedoch der Uhren-Chip Exynos W920. Die Verbindung daraus vereint das Beste beider Welten, Googles Übersichtlichkeit und Samsungs Leistung. Die Smartwatch schafft es damit, so gut wie jede andere aktuelle Android-Smartwatch alt aussehen zu lassen.

Gleich acht verschiedene Modelle beziehunsgweise Größen der Samsung Galaxy Watch 4 sind erschienen. Unterscheiden lassen sich dabei zwei Designs. Die Galaxy Watch 4 (Bluetooth oder LTE/40 oder 44 Millimeter) erscheint mit einem fast komplett ebenen Abschluss zwischen Display und Aluminium-Gehäuserand. Der Clou dabei: Der Rand dient als "digitale Lünette", über die per Fingerkrisen Steuerungsbefehle vorgenommen werden können. Die Galaxy Watch 4 Classic (Bluetooth oder LTE/42 oder 46 Millimeter) besitzt dagegen eine physische Lünette zur Bedienung und ein Stahlgehäuse.

Saubere Verarbeitung, flinke Nutzung

Gemeinsam haben alle Modelle der neuen Galaxy Watch zwei flache und schick aussehende Knöpfe an der rechten Gehäuseseite. Das Silikonarmband des Testgeräts sitzt gut ohne zu zwicken oder zu rutschen, die Verarbeitung des gesamten Geräts wirkt hervorragend. Die Uhr ist zudem wassergeschützt, Samsung rät dabei nur von Aktivitäten wie Tiefseetauchen oder Wasserskifahren ab. Regen, Untertauchen im Wasser oder Staub machen der Uhr dagegen nichts aus. Und sowohl Display, als auch Gehäuse zeigen sich sehr kratzfest.

Etwas skurril ist allerdings die Einrichtung: Die Uhr funktioniert zwar auch ohne diese Schritte, für die volle Konnektivität soll man sich aber mit einem Samsung- und einem Google-Konto anmelden und außerdem noch zwei Apps – Galaxy Wear und Samsung Health – am Smartphone installieren. Das geht auch einfacher. hat man alles erledigt, ist das Nutzererlebnis allerdings top: Neben den typischen Samsung-Apps wie Bixby und Co. auch für Spracheingabe und -ausgabe zieht man sich auf Wunsch auch alle Google-Anwendungen wie Maps und Pay über den Play Store.

Starkes Display mit kreativen Watchfaces

Super bei der Nutzung: Es wurde an alle Einsatzgebiete gedacht. So gibt es spezielle Schutzmodi für Sportaktivitäten, etwa für das Schwimmen. Wird das Training gestartet, sperrt sich die Uhr automatisch, damit Wasser und Wellen keine Fehleingaben auslösen. Stoppt das Training, "bläst" die Uhr sich selbst trocken. Alle dieser Schutz- und Bedienungshilfen können auf Wunsch natürlich auch abgedreht werden. Generell gilt auch: Berührungen werden vom Gorilla-Glass-geschützten sauber erkannt, Eingaben schnell umgesetzt. Wartezeiten kamen uns nur einige beim App-Download unter.

Eine der großen Stärken der Uhr ist sowieso das AMOLED-Display, das 1,19 Zoll bei der Watch 4 und 1,36 Zoll bei der Classic ausmacht. Die Helligkeit ist hoch genug für ein sauberes Ablesen im Sonnenlicht, außerdem sind Farben, Schärfe und Kontraste top. Wer es abwechslungsreich mag, kann den Startbildschirm der Uhr etwas länger antippen und findet dadurch eine riesige Auswahl an Watchfaces vor. Diese reichen von Standard-Uhrendesigns über Tierbilder bis hin zu animierten Comic-Clips und Hintergründen, über die die Lieblings-App schnell per Shortcut ausgewählt werden können.

Fast ein Alleskönner unter den Uhren

Bei den Funktionen zeigt sich die Samsung Galaxy Watch 4 als Alleskönner. Musik lässt sich downloaden oder von der Uhr auf Smartphones streamen sowie auf Kopfhörer schicken; Wetter, Wecker, Uhrzeit und Co. sind sowieso immer im Blick; Google Maps lässt sich direkt auf der Uhr starten und ans Smartphone weitergeben; die beiden Uhren-Tasten lassen sich zum Teil selbst belegen und in Sachen Gesundheit werden Herzfrequenz, Stresspegel, Schlafqualität, Aktivität und Schritte sowie Atmung überwacht. Auch EKGs und Blutdruckmessungen sowie Körperanalysen können durchgeführt werden.

Auf Wunsch erkennt die Uhr einige Sportarten selbst und löst die Aufzeichnung automatisch aus. Die Bedienung der Uhr selbst ist übrigens in wenigen Sekunden gelernt: Am Display nach unten wischen öffnet ein Einstellungsmenü, nach links werden die anpassbaren Widgets wie Kalender oder Pulsansicht aufgerufen, anschließendes wischen nach links bedeutet "zurück" und nach oben wischen ruft eine Übersicht über alle Widgets und Smartwatch-Apps auf. Gesteuert werden kann die Smartwatch jedoch genauso über Kreisbewegungen an der digitalen Lünette rund um das Display.

Zeit für die beste Smartwatch am Markt

Leistungsmäßig ist die Samsung Galaxy Watch 4 ganz vorne dabei: Neben dem Top-Prozessor gibt es 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte internen Speicher sowie je nach Version WLAN- und/oder LTE-Unterstützung, Bluetooth 5.0 und gleich vier verschiedene Satellitennavigationen. Neu hinzu kommt auch eine Schnarcherkennung bei der Schlafanalyse und eine Tasten-Sensorenmessung für Wasser-, Fett- und Muskelanteil im Körper. Der Akku fällt je nach Version 247 oder 361 mAh groß aus. Das reicht im Schnitt für zwei Tage, da schaffen andere deutlich mehr.

Die Akkulaufzeit ist auch der Punkt, der der Smartwatch zur Perfektion fehlt. Abseits davon überzeugt die Samsung Galaxy Watch 4 nämlich auf ganzer Linie und bietet ein hervorragendes Display, tolle Anpassungsmöglichkeiten und eine Rundum-Versorgung mit Gesundheits- sowie Fitnessdaten. Als wahrer Segen zeigt sich auch die Google-Samsung-Kooperation beim Betriebssystem: User können nun die besten Apps und Dienste beider Welten nutzen. Deshalb gilt: Trotz der kurzen Laufzeit ist die Samsung Galaxy Watch 4 die bisher beste Smartwatch am Markt.

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