San Francisco erklärt NRA zur Terrororganisation

Die US-Metropole setzt ein Zeichen gegen Waffengewalt und erklärt die Lobbygruppe NRA zur terroristischen Organisation. Waffennarren sind verärgert.
In den USA starben allein im vergangenen August 58 Menschen bei Schusswaffenmassakern. Nach jedem Verbrechen beginnt die Debatte um schärfere Waffengesetze von neuem. Und es passiert nichts, obwohl Umfragen zeigen, dass sich eine Mehrheit der US-Bürger etwas strengere Regeln wünscht.

Im Streit um die Waffengewalt sorgt nun San Francisco für Aufsehen, wie der "Tages-Anzeiger" berichtet. Die Regierung der kalifornischen Metropole verabschiedete eine Resolution, in der die mächtige Waffenlobbygruppe NRA (National Rifle Association) zu einer inländischen Terrororganisation erklärt wird.

Die Resolution hat zwar keine unmittelbaren Folgen, aber immerhin eine beträchtliche symbolische Wirkung im Kampf um eine Verschärfung der Waffengesetze. Die Resolution sieht auch vor, dass die Stadt und der Landkreis San Francisco finanzielle und vertragliche Beziehungen mit NRA-Organisationen und -Exponenten überprüfen sollen.

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Demokratin hinter der Motion



Laut einem Bericht der "New York Times" hatte die demokratische Politikerin Catherine Stefani die Anti-NRA-Resolution bereits im Juli lanciert, nachdem ein 19-jähriger Mann bei einem Food-Festival in der Kleinstadt Gilroy mit einem Sturmgewehr drei Menschen tötete und zwölf weitere Personen verletzte. Der schließlich von der Polizei erschossene Attentäter soll Anhänger der Ideologie der weißen Vorherrschaft gewesen sein.

Die NRA und ihre Anhänger reagierten in den sozialen Medien empört und wütend auf die von San Francisco verabschiedete Resolution. "San Fran sollte sich schämen", hieß es zum Beispiel. Die NRA sei "das Gewebe der US-Gesellschaft". Millionen Bürger würden für ihre #2A-Freiheit kämpfen, ließ die Waffenlobby auf Twitter verlauten.

NRA: "Wir bleiben unbeirrt"



Der Hashtag #2A-Freiheit verweist auf den zweiten Zusatzartikel der US-Verfassung, der das Recht auf Waffenbesitz festschreibt. Unter dem Hashtag #IAmTheNRA bekannten sich Waffenbesitzer zu ihrer Organisation. Und sie wehrten sich gegen den Terrorismusvorwurf.

Wie Amy Hunter, Sprecherin der NRA, mitteilte, "bleiben wir unbeirrt – geleitet von unseren Werten und unserem Glauben an diejenigen, die echte Lösungen für Waffengewalt finden wollen".

(mr/20 Minuten)

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