Die Sanierung von privaten Mietshäusern gerät ins Stocken. Im vergangenen Jahr wurde laut Immobilien-Experten nur bei 30 Objekten die Modernisierung von der Stadt gefördert. Auch die Zahl der Förderansuchen ging drastisch zurück. Gefordert werden jetzt Anreize durch die städtische Wohnbaupolitik.
Immobilientreuhänder Hans Jörg Ulreich schlägt Alarm: "Von 30.000 sanierungsbedürftigen Mietshäusern wurden 2012 gerade einmal 30 von der Stadt gefördert." Dabei wäre die Sanierungsbereitschaft der Eigentümer durchaus gegegeben. Aber: Private erhielten weder Zugang zu Einmalzuschüssen noch zu Landesdarlehen.
"Mit den vorhandenen Mitteln werden fast ausschließlich Wiener Wohnen und Wohnbaugenossenschaften bedient. Da bleibt für die Privaten nichts mehr übrig", kritisiert Ulreich. Der Immobilientreuhänder fordert entsprechende finanzielle Anreize von der Stadt. Damit solle auch das Vertrauen in den Wohnfonds wieder aufgebaut werden.
Im Büro von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig kann man Ulreichs Zahlen nicht nachvollziehen: "2012 gab es Zusicherungen für 220 Projekte mit mehr als 13.000 Wohneinheiten. Fast 60 Prozent davon entfielen auf private Eigentümer."
R. Zwickelsdorfer