Niederösterreich

Sanitäter: "Nehmen bewusst falsche Ergebnisse in Kauf"

Weil sich viele Niederösterreicher nicht durch die Nase auf Corona testen lassen wollen, drückt man in den Teststraßen offenbar ein Auge zu.
02.03.2021, 11:13

Einen Schnelltest durch die Nase (nasopharyngeal) finden viele Menschen weitaus unangenehmer als durch den Mund (oropharyngeal). Immer wieder kommt es in den Teststraßen deshalb zu Situationen in denen sich Testpersonen lieber gar nicht als durch die Nase testen lassen wollen. 

Besser durch den Mund als gar nicht

In einem aktuellen internen Schreiben an die Sanitäter heißt es dazu: "Aufgrund der epidemiologischen Lage ist es allerdings angebracht alle testwilligen Personen an den Permanenzteststraßen einer Antigen-Testung zukommen zu lassen. Für die Probanden wird der oropharyngeale Abstrich als subjektive angenehmer empfunden bzw. mehr toleriert. Zusätzlich sind etwaige Kontraindikationen für eine nasopharyngeale Abstrichnahme angezeigt. Aus den obengenannten Gründen wird in Absprache mit der Landessanitätsdirektion die oropharyngeale Abstrichnahme als Ausweg einer etwaigen Testverweigerung akkordiert."

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Das große Problem bei der Sache: Die Variante durch den Mund ist bei den Tests der gängigen Hersteller ist laut Anleitung überhaupt nicht vorgesehen, geschweige denn validiert. "Meiner Meinung nach wird hier bewusst ein falsches Ergebnis in Kauf genommen, nur um niemanden zu verärgern und dem Wunsch der Politik, so viel wie möglich zu testen, koste es was es wolle", ärgert sich ein Sanitäter, der in einer Teststraße in Niederösterreich arbeitet, gegenüber "Heute".