"Nein", war Stefanie Sargnagels Reaktion als sie erfuhr, dass sie als erste beim Bachmann-Preis lesen muss. Ihr Text "Penne vom Kika" erzählt von Haaren zwischen den Arschbacken, dicken Nazis, Blut, fad schmeckenden Penne und vom faden Bachmann-Preis-Publikum. Dem Großteil der Kritiker hat's gefallen.
"Nein", war Stefanie Sargnagels Reaktion als sie erfuhr, dass sie als erste beim Bachmann-Preis lesen muss. Ihr Text "Penne vom Kika" erzählt von Haaren zwischen den Arschbacken, dicken Nazis, Blut, fad schmeckenden Penne und vom faden Bachmann-Preis-Publikum. Dem Großteil der Kritiker hat's gefallen.
Vom Publikum gab's Applaus, die Kritiker waren größtenteils begeistert, wären sich beim Diskutieren allerdings gern an die Gurgel gegangen. Meike Feßmann, Literaturkritikerin aus Berlin und schärfste Kritikerin des Textes fand ihn banal, gewöhnlich und dass seine Komik nicht funktioniere.
Beim Diskutieren über den Text hattenSpaß. "Der Text scheint ein ideales Spielzeug für Juroren zu sein", meinte der eine. "Ich befürchte, dass wir sie [Sargnagel, Anm.] damit beleidigen. Aber sie haben recht", bestätigte der andere.
So zerlegte die Stefanie Sargnagels Text:
Juryvorsitzender Hubert Winkels: "Es ist nicht ganz neu, aber gut gemacht. Respekt!"
Sandra Kegel: "Das ganze auch noch auf Wienerisch erzählt, [...] da kann Faust einpacken"
Hildegard Elisabeth Keller: "Die Angangs- und Endstücke fand ich wirklich überzeugend."
Meike Feßmann: "Ein gefälliger, gewöhnlicher und banaler Text. Das macht sie gut, damit kommt sie gut durch. [...] Aber die Komik hat nicht gut funktioniert. Der Text steckt voller Banalitäten."
Klaus Kastberger: "Steffi, der is einfach ur gut der Text. Is halt ein Text wie viele andere Texte. Is auch a bissl was Wienerisches drin. Der Text ist klüger und tiefsinniger als er tut. [Der Text] Ist besser als bei der Spira die 'Alltagsgschichtln'"
Stefan Gmünder: "Ich glaub, dass es ihr sehr, sehr gut gelingt, Stimmung aufzubauen. Gegen Ende beim 'Mercedes-Teil' wird er flacher. Trotzdem hat mich der Text überrascht und bin zufriedener als ich gedacht hab. Allzu hoch hängen will ich ihn aber nicht"
Juri Steiner: "Für mich ist das ein Text, von jemandem, der irrsinnig viel Talent mitbekommen hat."
Die schrägsten, grauslichsten und frechsten Stellen von "Penne vom Kika"
"Ein langes Haar war dabei zwischen meine Arschbacken gespült worden. Ich zupfte es langsam heraus, ein schneidendes, schaurig schönes Gefühl, archaisch, als würde man eine Larve aus einer Wunde ziehen. Meine Stimmung stieg."
"... eine Zigarette raucht und sie angewidert aus dem Fenster schnippt auf den dicken Nazi Nachbarn, der einen Mauserl nennt. ..."
"Du bist lieb. Hast du den Bachmanntext schon?" "Nein, ich scheiß drauf, mir fällt nix ein."
"Nein, nein. Ich lad dich gern ein. Ich hab ur viel Geld jetzt. Jeder will mir Geld für irgendwas geben. Wozu mach ich denn sonst den ganzen Scheiß? Damit wir alle genug Bier haben! Tschick- und Bierkommunismus."
Der ganze Text:
Die laufen noch bis 3. Juli. Am Sonntag findet auch die Preisverleihung statt. Wienerin Sargnagel ist unter den 14 Kandidaten die einzige Austro-Hoffnung.
So urteilte Stefanie Sargnagel nach der Lesung über die Jury - auf der nächsten Seite