Sau-Sager und Rücktritts-Aufforderung an ÖVP-General

Axel Melchior und Hans Peter Doskozil
Axel Melchior und Hans Peter DoskozilPicturedesk / Grafik "Heute"
Der Polit-Disput zwischen Burgenlands SPÖ und dem Generalsekretär der ÖVP geht in die nächste Runde. Jetzt gibt es sogar eine Rücktrittsaufforderung.

Nun wird buchstäblich die nächste Sau durchs innenpolitische Dorf getrieben. Zwischen der Wiener ÖVP-Zentrale und dem Roten Haus in Eisenstadt fliegen weiter Giftpfeile. Nachdem ÖVP-Generalsekretär Axel Melchior eine inhaltliche Kritik von  Hans Peter Doskozil (SPÖ) gestern – wie von "Heute" berichtet – als "lästig" abgetan und Burgenlands Landeshauptmann als "Querulanten" abqualifiziert hatte, adressiert nun SPÖ-Parteimanager Roland Fürst eine Rücktrittsaufforderung an Melchior.

"Melchior muss sofort zurücktreten"

Fürst forderte am Mittwoch "den sofortigen Rücktritt von ÖVP-Generalsekretär Axel Melchior". Diesen habe Bundeskanzler Sebastian Kurz zu veranlassen. Roland Fürst: "Axel Melchior beleidigt nicht nur ein ganzes Bundesland, sondern auch alle politisch Andersdenkenden, die sich kritisch mit der Politik der Kurz-ÖVP auseinandersetzen. So jemand wie Herr Melchior hat in der Politik nichts verloren und muss sofort zurücktreten. Dafür muss ÖVP Obmann Sebastian Kurz sorgen, aber auch die ÖVP Burgenland ist in der Verantwortung, sich von diesen unglaublichen Aussagen zu distanzieren."

Roland Fürst: "Klar ist: Nach diesem absoluten Tabubruch kann nicht zur Tagesordnung gewechselt werden. Der ÖVP Sekretär muss sofort zurücktreten."
SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst
SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland FürstSPÖ Burgenland

"Was juckt die Eiche …"

Ein Facebook-Posting (siehe unten) über die Verbal-Injurie des VP-Generals leitete die SPÖ Burgenland mit dem Sprichtwort "Was juckt die Eiche, wenn sich die Sau an ihr reibt" ein. Dies lässt nun wiederum die ÖVP schäumen. In einer Presseaussendung kritisieren die Türkisen "eine indiskutable Entgleisung, die in der Politik keinen Platz haben darf." Hintergrund: In einem Posting werde Melchior "öffentlich als Sau bezeichnet". Die stellvertrende VP-Generalsekretärin Gaby Schwarz poltert empört: "Landeshauptmann Doskozil muss sich sofort von dieser Entgleisung distanzieren und sich selbstverständlich beim beschimpften Generalsekretär der ÖVP, Axel Melchior, entschuldigen."

Die ehemalige "Burgenland heute"-Moderatorin übt sich dann als Mediatorin: "Persönliche Beleidigungen dürfen in der Politik keinen Platz haben – dessen sollten sich auch Hans-Peter Doskozil und sein Team bewusst sein." Sie konstatiert in ihrer Pressemitteilung, die Menschen im Land hätten sich "in der Krise Zusammenhalt in der Politik verdient" und ruft zur Mäßigung auf.

Gaby Schwarz: "Ich fordere die burgenländische SPÖ auf, sich endlich im Ton zu mäßigen und ähnliche Geschmacklosigkeiten in Zukunft zu unterlassen."
Die stellvertretende ÖVP-Generalsekretärin Gaby Schwarz
Die stellvertretende ÖVP-Generalsekretärin Gaby Schwarzpicturedesk.com/APA/Helmut Fohringer

Doskozil "ein Querulant"

Stein des Anstoßes war übrigens, dass sich Hans Peter Doskozil im "Standard" darüber beklagt hatte, dass das Burgenland über die von Sebastian Kurz geplanten Corona-Massentests "wieder einmal nur über die Medien informiert wurde" und für die Durchführung ebendieser das sonst mit strengem Sparkurs belegte Bundesheer "als Lückenbüßer" herhalten müsse. Melchior konterte daraufhin, Doskozil sei "ein Querulant", sein Dazwischenfunken "lästig".

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