Saudi-Arabien soll Testlauf für 9/11 finanziert haben

Bild: Reuters
Zwei Jahre vor 9/11 sollen zwei als Studenten getarnte saudische Agenten einen Testlauf für die Attacke durchgeführt haben.

Vor wenigen Tagen, kurz vor dem 16. Jahrestag der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York, kamen neue Details zum 11. September ans Licht: Einem FBI-Bericht zufolge haben zwei saudische Geheimagenten am 19. November 1999 einen Testlauf auf einem Flug von Phoenix nach Washington durchgeführt. Dabei sollen die Männer versucht haben, sich Zugang zum Cockpit zu verschaffen.

Der Bericht, der im Rahmen einer zivilen Sammelklage von rund 1400 Opfer-Angehörigen gegen die Regierung Saudiarabiens präsentiert wurde, bezichtigt die saudiarabische Botschaft in Washington D.C. ausserdem, die Aktion finanziert zu haben.

"Studenten" trainierten in Afghanistan

Wie die "New York Post" berichtet, saßen auf jenem America-West-Flug die in Arizona wohnhaften Mohammed al-Qudhaeein und Hamdan al-Shalawi. Gegenüber US-Behörden galten sie als Studenten, ihre Flugtickets wurden jedoch von der saudiarabischen Botschaft bezahlt.

Laut dem FBI-Bericht waren die Männer Angestellte des saudiarabischen Regimes: al-Qudhaeein erhielt seinen Lohn vom Ministerium für islamische Angelegenheiten, al-Shalawi war ebenfalls ein "langjähriger Mitarbeiter der Regierung". Die beiden wurden zudem in einem Al-Qaida-Camp in Afghanistan ausgebildet — und zwar zur selben Zeit wie die Attentäter von 9/11.

Das FBI ließ sie gehen

Kurz nachdem die Agenten die Maschine bestiegen hatten, begannen sie, dem Personal technische Fragen zum Flug zu stellen. Während des Flugs soll al-Qudhaeein eine Flight Attendant dann gefragt haben, wo sich die Toilette befände. Die Hostess zeigte auf den hinteren Teil des Fliegers, dennoch lief al-Qudhaeein nach vorn und rüttelte an der Cockpit-Türe, um hineinzugehen. Den Vorgang soll er sogar wiederholt haben.

Die Piloten seien wegen des "aggressiven Verhaltens der Araber" so alarmiert gewesen, dass sie einen Notfallstopp in Ohio einlegten. Die beiden Männer wurden in Handschellen abgeführt und vom FBI intensiv befragt. Ohne Anzeige zu erstatten, ließ die Behörde sie aber wenig später wieder frei.



Saudiarabien dementiert weiterhin


"Dieser Testlauf zeigt, dass die saudiarabische Regierung ihre Finger beim Attentat mit im Spiel hatte", sagt Mitklägerin Kristen Breitweiser. Ihr Mann kam im World Trade Center ums Leben, als zwei Terroristen zwei Passagierflugzeuge in die New Yorker Wolkenkratzer steuerten. Ein weiteres Flugzeug stürzte bei Pennsylvania ab. 15 der 19 involvierten Terroristen waren saudiarabische Staatsbürger.

Die saudiarabische Regierung hat eine Verbindung zu den Anschlägen stets dementiert. Ihre Anwälte haben nun einen Antrag eingereicht, um die Klage der Hinterbliebenen abzuweisen.

(red)

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