Das ist das wertvollste Unternehmen der Welt

Eine Ölförderanlage der Saudi Aramco unweit der saudischen Hauptstadt Riad.
Eine Ölförderanlage der Saudi Aramco unweit der saudischen Hauptstadt Riad.Bild: picturedesk.com
Apple, Google oder Amazon? Nein, das profitabelste Unternehmen der Welt machte 2018 fast doppelt soviel Gewinn wie Apple.
Lange sah es so aus, als wären die wertvollsten und lukrativsten Unternehmen in Zukunft allesamt Tech-Giganten. Doch eine Firma weist alle auf die Plätze: Der saudische Ölkonzern Saudi Aramco weist für 2018 einen Jahresgewinn von 111,1 Milliarden US-Dollar aus. Das sind umgerechnet 99,14 Milliarden Euro und fast doppelt soviel wie der Zweitplatzierte Apple.

Der Gewinn vor Steuern ist sogar noch höher: Die Ratingagentur Fitch beziffert ihn mit satten 224 Milliarden US-Dollar (rund 200 Milliarden Euro) – eine ungeheuerliche Summe. Und selbst drei der profitabelsten Konzerne zusammen – Apple, Alphabet und Exxon Mobil – kommen gerade mal auf die Summe, die Saudi Aramco alleine als Gewinn ausweist.

Die profitabelsten Unternehmen nach Jahresgewinn:



CommentCreated with Sketch.8 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Dass das sonst so verschwiegene Staatsunternehmen die Zahlen öffentlich macht, hat einen Grund. Die saudische Fördergesellschaft ("Aramco" steht für "Arabian-American Oil Company") möchte in dieser Woche erstmals Unternehmensanleihen emittieren. Berichten der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge sollen so rund zehn Milliarden Dollar an Kredit aufgenommen werden.

Um die Schuldscheine bei Anlegern loszuwerden, braucht der Konzern allerdings ein Rating, und dazu muss er grundlegende Kennzahlen offenlegen.

Kredite, um Chemie- und Metallkonzern zu kaufen

Das Geld, das mit den Unternehmensanleihen voraussichtlich in die Kassen gespült wird, soll helfen die Übernahme von 70 Prozent des saudischen Chemie- und Metallkonzerns Sabic zu finanzieren. Die Anteile gehören bislang einem saudischen Staatsfonds.

Ursprünglich war geplant, Saudi Aramco an die Börse zu bringen. Dabei sollten fünf Prozent der Unternehmensanteile für 100 Milliarden Dollar verkauft werden, was der größte Börsengang aller Zeiten gewesen wäre. Allerdings wäre der Konzern dadurch auf einen Gesamtwert von zwei Billionen Dollar taxiert worden – eine Summe, die offenbar die meisten Investoren für völlig überzogen hielten.

Staat schöpft riesige Summen über Steuern ab

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der die treibende Kraft hinter dem Umbau der saudischen Staatswirtschaft ist, musste die Pläne für den Börsengang daher letztlich zurückstellen. Nun wird das Jahr 2021 dafür anvisiert.

Die veröffentlichten Zahlen zeigen auch, dass der staatliche Ölkonzern ziemlich saftig besteuert wird. Denn der Konzern dient vor allem dazu, den Staat über exorbitante Steuern zu finanzieren und der regierenden Prinzen-Sippe über Ausschüttungen ihren ausschweifenden Lebensstil zu garantieren.

Dies zeigt die Differenz zwischen dem Vorsteuergewinn von 224 Milliarden Dollar und dem Netto-Gewinn von 111 Milliarden, weniger als die Hälfte.

(hos)

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