Welt

Saudis bombardierten Schulbus voller Kinder

Heute Redaktion
13.09.2021, 19:50

In der von Houthi-Rebellen kontrollierten Provinz Saada haben Kampfjets der saudischen Koalition ein vollbesetzter Schulbus bombardiert. Dutzende starben, darunter viele Kinder.

Bei einem Bombenangriff auf einen mit Kindern vollbesetzten Schulbus im Norden Jemens hat es laut dem Roten Halbmond "Dutzende Tote und Verletzte" gegeben, darunter viele Schulkinder. Das von Rebellen kontrollierte Gesundheitsministerium spricht von mindestens 39 Getöteten.

Der Bus war auf einem Markt in Dahyan, nördlich der Hauptstadt Sanaa, unterwegs, als Kampfjets dort Bomben abwarfen. Die meisten der Opfer seien Kinder, die in eine Sommerschule in der Provinz Saada im Norden des Landes fahren sollten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Es handelt sich um einen der schwersten Luftangriffe auf Zivilisten in dem Bürgerkriegsland. Das Internationale Kommitee des Roten Halbmonds hat die Kriegsparteien auf Twitter aufgerufen, Zivilisten zu schützen.

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Wahlloser Bombenkrieg

Seit Jahren tobt im Jemen ein Bürgerkrieg, in dem seit mehr als März 2015 auch eine Koalition arabischer Staaten unter der Führung Saudi-Arabiens interveniert. Nachdem sie in ihrer Bodenoffensive gegen schiitische Houthi-Rebellen schwere militärische Rückschläge hinnehmen musste, verlegt sich die Koalition seither auf Luftangriffe. Dabei erhält Saudi-Arabien auch Unterstützung seiner westlichen Verbündeten USA und Großbritannien.

Die Hauptakteure der Koalition – Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – beschränkt sich bei seinen Luftangriffen nicht auf militärische Ziele, sondern bombardiert seit Jahren auch Krankenhäuser, Märkte, Infrastruktur sowie öffentliche Versammlungen wie Hochzeiten und Trauerfeiern. Immer wieder gibt es unzählige zivile Todesopfer.

Seit Jahren "10.000 Tote"

Die UNO spricht von rund 10.000 Toten, die in dem Bürgerkriegsland in den vergangenen Jahren getötet wurden. Diese Zahl wird allerdings seit mehr als zwei Jahren unverändert genannt. Zahlreiche Beobachter und humanitäre Organisationen sprechen von einer um ein Vielfaches höheren Zahl von Toten durch Kämpfe, Luftangriffe, Hunger und der derzeit weltgrößten Cholera-Epidemie. (red)