Säure-Attacke auf junge Britinnen auf Sansibar

Bild: Reuters

Zwei junge Britinnen sind auf der Insel Sansibar Opfer einer Säureattacke geworden. Die beiden Frauen waren am Mittwochabend im historischen Zentrum Stone Town unterwegs, als Unbekannte ihnen die ätzende Flüssigkeit ins Gesicht schleuderten.

Die Opfer arbeiteten für eine Nichtregierungsorganisation auf der vor der Küste Tansanias liegenden Insel. "Der Vorfall hat hier alle geschockt, weil erstmals Ausländer auf eine solche Weise angegriffen wurden", sagte der örtliche Polizeichef Khamis Mukadam.

Zwei Männer hätten von einem Moped aus Säure auf die 18-jährigen Frauen geschleudert, teilte die Polizei auf der Insel mit. Die Britinnen seien im Gesicht, im Brustbereich und an den Händen verletzt und in ein Krankenhaus in der tansanischen Metropole Daressalam gebracht worden, erklärte ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums von Sansibar. Die Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich.

Sorge um Tourismus

Das Motiv war laut Polizei zunächst unklar, könnte aber einen religös motivierten Hintergrund haben. Die Britinnen arbeiteten als freiwillige Helferinnen in einer örtlichen Schule. Die Polizei bat die Bevölkerung um Mithilfe bei der Fahndung nach den beiden Angreifern.

Sansibar, das teilweise Autonomie von Tansania genießt, ist überwiegend muslimisch geprägt. Seit einiger Zeit kommt es häufiger zu Anschlägen überwiegend auf katholische Priester. Viele junge Muslime fordern zudem die Abspaltung der Inseln vom Festland und lehnen den westlichen Lebensstil der zahlreichen Touristen strikt ab.

Der Angriff auf die Ausländerinnen löste umgehend Sorge in dem wichtigen Wirtschaftszweig Tourismus aus: Der Vorfall "könnte den Tourismus bedrohen", erklärte der Chef des Fremdenverkehrsverbandes.

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