Österreich

Schaf "Daisy" auf Straße in Oeynhausen eingefangen

Ein Schaf irrte im Gewerbegebiet von Oeynhausen in Niederösterreich umher, das Tier konnte eingefangen werden.
Heute Redaktion
13.09.2021, 19:22

Schaf „Daisy" hielt am frühen Samstag die Einsatzkräfte der Polizei, Privatpersonen sowie den Wiener Tierschutzverein (WTV) in Atem. Das Tier wurde umherirrend im Gewerbegebiet von Oeynhausen (gehört zur Stadtgemeinde Traiskirchen im Bezirk Baden) entdeckt. Die alarmierten Beamten der Polizeiinspektion Traiskirchen rückten aus und sichteten das Tier auf einer Straße, konnten das verschreckte Schaf jedoch nicht sofort einfangen.

Zusammen mit einem Mitarbeiter einer dort ansässigen Firma gelang es den Einsatzkräften jedoch, das Tier zu sichern.

Die Beamten informierten daraufhin das nahe gelegene Tierheim Baden, jedoch erklärte man sich dort nicht zuständig. So wurde der Wiener Tierschutzverein kontaktiert, der sich sofort bereit erklärte, zu helfen. Zwei Mitarbeiter des WTV rückten aus, holten das Schaf ab und brachten es ins Tierschutzhaus des WTV nach Vösendorf.

Schaf auf "Daisy" getauft

Dort wurde „Daisy", wie das Schaf nun heißt, in einer Stallung untergebracht und darf sich nun in aller Ruhe von dem Stress erholen. Glücklicherweise kam das Tier mit dem Schrecken davon. Bislang konnte kein Besitzer ausfindig gemacht werden, diesbezügliche Hinweise können telefonisch an den WTV unter der Tel.: 01 699 24 50 gerichtet werden.

Leider gehe aus dem Fall des Schafes Daisy ein weiteres Mal hervor, dass sich Tierheime Niederösterreichs für „unzuständig erklären", obwohl die jeweilige Tierschutzcausa sehr wohl in deren Einflussbereich fiele. "Tatsächlich sind die Tierheime in NÖ nach dem Förderungsvertrag mit dem Land unverständlicher Weise nicht verpflichtet, so genannte Nutztiere aufzunehmen. Es sollte allerdings bei ungefährlichen Tieren die Tierschutz-Grundhaltung moralisch dazu verpflichten, zu helfen und jedenfalls für eine vorübergehende Unterbringung zu sorgen", meint WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic: „Es kann nicht Aufgabe der Einsatzkräfte sein, oftmals stundenlang herumzutelefonieren, bis Hilfe organisiert wird. Wenn Tierheime sogar Polizei und Feuerwehr im Stich lassen, dann wird die Bereitschaft, tunlichst allen Tieren in Not zu helfen, also auch sogenannten Nutztieren oder Wildtieren, sinken. Und das können TierschützerInnen doch nicht hinnehmen".

Probleme mit Zuständigkeit

Und Petrovic ergänzt: „Das Tierschutzhaus des WTV in Vösendorf ist das größte Tierheim Europas. Natürlich können wir Dinge, die kleine Tierheime nicht können. Allerdings meinen wir, dass bei Gefahr im Verzug alle sofort helfen sollten. Zumindest, bis man den endgültigen Verbleib des Tieres vereinbart hat. Auch ein kleines Tierheim kann vorübergehend ein Schaf unterbringen, wenn es gutmütig ist. Immer die Notrufe an den WTV weiterzuleiten, der ein privater, gemeinnütziger Verein ist und nicht - wie die anderem Tierheime Niederösterreichs finanzielle Unterstützung des Landes erhält - ist kein Dauerzustand."

Die WTV-Präsidentin fordert daher einmal mehr einen Tierschutzverbund für die Ostregion (Wien, NÖ, Burgenland), wo auch Notrufe koordiniert werden können und rasch gemeinsam mit den Einsatzkräften entschieden werden kann, wer federführend die Rettung übernimmt und koordiniert. (red)

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