Tierquälerei? Schafe standen im November auf der Weide

Es ging um Schafe im Prozess
Es ging um Schafe im ProzessGetty Images/iStockphoto
Weil sie im November noch auf der Weide blökten, musste ein Bio-Bauer (53) am Mittwoch in St. Pölten auf die Anklagebank.

Wegen mutmaßlicher Tierquälerei musste ein 53-jähriger Bio-Bauer aus Niederösterreich am Mittwoch in St. Pölten vor Gericht. Ein Zeuge hatte wegen laut blökender Schafe in den Weinbergen in Niederösterreich Ende November die Polizei gerufen. Daraufhin kamen Beamte und der Amtstierarzt.

Der Veterinärmediziner entschied: Die Schafe müssen sofort weg, der Bio-Bauer wurde in der Folge angezeigt. Denn laut Anklage wären die 48 Kärntner Brillenschafe und 22 Lämmer von 26. bis 28. November bei Temperaturen von minus ein Grad bis 3 Grad im Freien in den Weinbergen gestanden. Zudem hätten die "Karner" nichts zu fressen gehabt, da eine 15 Zentimeter dicke Schneeschicht über dem Boden lag. Außerdem habe laut Anklage der Windschutz und Unterstand gefehlt. Weiters seien zwei Schafe und Lämmer bei der Geburt verendet.

Bio-Bauer: "Das sind Weidetiere"

Der Bio-Bauer (für den die Unschuldsvermtung gilt) konnte es eigentlich gar nicht glauben, sich als Tierquäler vor Gericht verantworten zu müssen und sagte: "Das sind Weidetiere, die auf die Weide gehören. Der Stall ist ja nur vom Menschen geschaffen, ich lasse meine Tiere immer lange draußen. Es gab genügend grünes Gras unter dem Schnee." Zum Vorwurf der toten Schafe meinte der Angeklagte: "Eine Geburt kann immer heikel sein. Und die Schafe blöken nun mal um zu kommunizieren."

Kärntner Brillenschafe (auch "Karner" genannt) sind eher selten, recht anspruchslos und wetterhart. Der Richter gab zu, zu wenig über Schafe zu wissen und gab daher ein veterinärmedizinisches Gutachten in Auftrag. Der Prozess wurde vertagt.

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