Scharfe Kritik an FPÖ-Landesrat Waldhäusl

Gottfried Waldhäusl ist seit 28. Jänner als Vertreter der FPÖ in der NÖ-Landesregierung.
Gottfried Waldhäusl ist seit 28. Jänner als Vertreter der FPÖ in der NÖ-Landesregierung.Bild: Daniel Schreiner
VP-Ebner fordert "Anstand in der Arbeit und Anstand im Ton". Auch das Katholische Bildungswerk ist "zutiefst betroffen" von Waldhäusls Sammellagern.
Das harte Vorgehen des niederösterreichischen FP-Landesrat Gottfried Waldhäusl gegen illegale Migranten stößt auf scharfe Kritik von ÖVP und Menschenrechtsorganisationen.

"Wir erwarten uns von allen Regierungsparteien nicht mehr und nicht weniger, als das, was wir selbst tagtäglich leben. Nämlich Anstand in der Arbeit und Anstand im Ton", donnerte VPNÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner am Donnerstag in Richtung des für Flüchtlingsangelegenheiten zuständigen Freiheitlichen. Ähnlich harsche Kritik ließen auch das Katholische Bildungswerk und SOS Mitmensch ausrichten.

Waldhäusl hatte in den vergangenen Wochen mit seiner Forderung, dass der "Sauhaufen" aufgeräumt werden müsse, als er von den Grundversorgungsleistungen für Flüchtlinge mit rechtskräftig negativen Asylbescheiden sprach, für Aufsehen gesorgt. Zudem will er bis zum morgigen Freitag 405 "Illegale" anstatt in freien Unterkünften in Vollversorgungsquartieren untergebracht wissen.

Die Obfrau des Katholischen Bildungswerks der Diözese St. Pölten, Angela Lahmer-Hackl, erklärte am Donnerstag sie sei "zutiefst betroffen über die Einführung von Sammellagern durch die Landesregierung NÖ und den damit verbundenen menschenverachtenden und erniedrigenden Umgang mit Menschen, die geflohen sind".

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"Ich bin als Christin zutiefst beschämt, dass solche Vorgangsweisen in meinem Bundesland, das sich als christlich geprägtes versteht, möglich sind", wettert Lahmer-Hackl weiter und fordert die Landesregierung auf, die "Kasernierung von Flüchtlingen in sogenannten 'Sammelquartieren' sofort zu stoppen": "Christlich geht anders."

Seitens SOS Mitmensch hält man Waldhäusl nach seinen "Hetztiraden und Anti-Integrations-Handlungen" in seiner Funktion als Landesrat "untragbar". Die Vergabe eines so heiklen Zuständigkeitsbereichs an den Freiheitlichen sei "grob fahrlässig". Sprecher Alexander Pollak forderte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) auf, Waldhäusl das Integrationsressort zu entziehen. (red)

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