Szene

Schauspieler brennheiß auf "unschuldige" Chefs

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:21

Im Burgtheater ist der Teufel los: Am Freitag entschied sich das Ensemble mit überragender Mehrheit, ihren Chefs Matthias Hartmann und Georg Springer das Misstrauen auszusprechen. Nun versuchen eben jene Chefs zu beruhigen, der Kulturminister will "kühlen Kopf" bewahren und die Opposition fordert Konsequenzen. Selbst Politiker, die traditionell mit Kultur nicht viel am Hut haben wie Team Stronach und die FPÖ, mischen sich ein und verlangen "Köpferollen" und Aufklärung.

Im Burgtheater ist der Teufel los: Am Freitag entschied sich das. Nun versuchen eben jene Chefs zu beruhigen, der Kulturminister will "kühlen Kopf" bewahren, und die Opposition fordert Konsequenzen. Selbst Politiker, die traditionell mit Kultur nicht viel am Hut haben wie Team Stronach und die FPÖ, mischen sich ein und verlangen "Köpferollen" und Aufklärung.

Ende Februar soll der Bericht des Wirtschaftsprüfers vorliegen, doch schon der Zwischenbericht ließ die Wogen hochgehen. gibt es genausoviele Gründe, mit dem Finger auf andere zu zeigen.

Direktor und Holding-Chef machen Vize-Direktorin verantwortlich

Die Schauspieler der Burg sind sauer, weil Direktor Matthias Hartmann und Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer die Schuld für das fehlende Geld Vizedirektorin und Ex-Geschäftsführerin Silvia Stantejsky umhängen wollen. Stantejsky wurde rausgeworfen und klagt nun beim Wiener Arbeits- und Sozialgericht. Die , sie jedoch ist sich keiner Schuld bewusst. Die Schauspieler stehen hinter der Ex-Vizechefin.

Kündigung aus Geldnot als ständige Drohung

Die Burg-Belegschaft wirft Direktor Hartmann weiter vor, dass er ihnen ständig wegen Geldproblemen die Kündigung androht: "Anstatt die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass finanzielle Misswirtschaft von allen Verantwortlichen stattgefunden hat, wird uns MitarbeiterInnen des technischen und künstlerischen Personals seit Amtsantritt von Matthias Hartmann die jederzeitige Kündigung als Sparmaßnahmen-Rute ins Fenster gestellt, was einer unwürdigen und unproduktiven Angstpolitik entspricht", zitiert "DiePresse.com".

Burgtheater-Chefs: Schuld sind andere

Über den "Kurier" lässt Direktor Hartmann seinen Leuten "Ich nehme das sehr ernst" ausrichten. Gleichzeitig rechtfertigt er sich aber, dass kaufmännische und künstlerische Bereiche klar getrennt seien. Im Klartext: Das sei nicht seine Baustelle.

Burgtheater-Holding-Chef Georg Springer versteht die Schauspieler auch. Aber auch er findet andere Schuldige, immerhin komme die Lagebeurteilung nicht von ihm oder Hartmann, sondern "von externen Prüfern".

Kulturminister wartet auf Endbericht, Opposition fordert 'Rübe ab'

Kulturminister Josef Ostermayer von der SPÖ, der sich per offenem Brief die Beschwerden der Belegschaft angehört hat, will "einen kühlen Kopf" bewahren. In zwei Wochen kommt der Endbericht des Wirtschaftsprüfers. Vorher Massnahmen zu treffen, wäre "nicht seriös". FPÖ-Kultursprecher Walter Rosenkranz will ein "Köpferollen" auf Führungsebene, das Team Stronach rasche Aufklärung, und die Grünen fragen sich, warum Ostermayer den Burgtheaterchefs noch immer die Stange hält. "Worauf begründet sich eigentlich das Vertrauen des Bundesministers gegenüber Matthias Hartmann? Und warum wartet er noch immer auf einen Prüfbericht, der im Auftrag und unter Beisein derer verfasst wird, die den Ruf des hoch renommierten Hauses verspielt haben?"

APA/red.

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