Umstrittenes Projekt

Scheich-Liebling will "Dubai 2.0" vor Österreichs Toren

Ein bekannter Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) möchte in Europa ein "Mini-Dubai" errichten – und das unweit von Österreich.

Newsdesk Heute
Scheich-Liebling will "Dubai 2.0" vor Österreichs Toren
In Budapest soll ein "Dubai-ähnliches Viertel" entstehen. Investor Mohamed Alabber hat in Dubai bereits das höchste Gebäude der Welt, den Burj Khalifa errichtet.
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Budapest hat Großes vor – ein Emirate-Investor möchte in der ungarischen Hauptstadt ein "Dubai-ähnliches Viertel" errichten, ein 220 bis 240 Meter hoher Wolkenkratzer inklusive. Die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban fördert die dafür notwendige Infrastruktur. Kosten: 800 Millionen Euro an Steuergeldern.

Umstrittenes Projekt

Die Pläne für ein "Mini-Dubai" genanntes umstrittenes Entwicklungsprojekt in Budapest nehmen Form an, berichtet das ungarische Onlineportal "444.hu" am Freitag. Auf der Website der ungarischen Regierung sei nun der Entwurf einer internationalen Vereinbarung veröffentlicht worden. Auf deren Grundlage soll ein Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ein "Dubai-ähnliches Viertel" mit einem 220 bis 240 Meter hohen Wolkenkratzer bauen.

Im Sinne des Entwurfs verkauft die rechtsnationale Regierung ohne vorherige Ausschreibung dem ernannten Investor ein 130 Hektar großes Gelände des Güterbahnhofs Rákosrendezö im XIV. Budapester Stadtbezirk Zugló. Dieses gilt wegen seiner zentralen Lage als begehrtes Grundstück.

Unendlich hohe Geldflüsse

Das Projekt wird zugleich als eine unter dem Aspekt der Nationalwirtschaft herausragende Investition qualifiziert. Laut veröffentlichtem Entwurf würde die Regierung die für das Projekt "Mini-Dubai" notwendige Entwicklung der Infrastruktur mit Steuergeldern in Höhe von 800 Millionen Euro übernehmen. Dazu gehören etwa der Bau einer Straßenüberführung, die Überplattung der in dem Gebiet verlaufenden Bahntrasse oder eine Verlängerung der U-Bahn-Linie M1.

Umgekehrt garantiert die Regierung der VAE, dass der Unternehmer eine Investition im Wert von fünf Milliarden Euro auf dem Territorium tätigt.

Budapester lehnen Projekt ab

Laut dem Onlineportal "hvg.hu" soll es sich beim Investor um keinen Unbekannten handeln – der Dubaier Geschäftsmann Mohamed Alabber hat bereits das höchste Gebäude der Welt, den 228 Meter hohen Burj Khalifa, errichtet.

Das Projekt sorgt seit der Veröffentlichung erster Pläne durch das Investigativportal "VSquare" Ende November für heftige Debatten in der ungarischen Hauptstadt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Median stimmt die Mehrheit der Budapester gegen das Projekt "Mini-Dubai", schreibt das Onlineportal "Telex.hu".

Was Parteisympathien betrifft, unterstützten Sympathisanten der Regierungspartei Fidesz das Projekt eher, während die Anhänger der Opposition unentschlossen seien. Abgelehnt wird das Projekt von Anhängern der rechtsextremen Partei "Mi Hazánk" (Unsere Heimat) und der Satirepartei Kétfarkú Kutyapart (Partei des zweischwänzigen Hundes).

Bürgermeister protestiert

Gergely Karácsony, der Bürgermeister von Budapest, bezeichnete den Güterbahnhof Rákosrendezö als "Goldene Reserve" der Hauptstadt, die entwickelt werden solle, doch nicht auf diese Art. Er legte im Gegenzug Pläne für die Errichtung eines grünen, nachhaltigen Wohnviertels namens Parkstadt in dem Gebiet vor. Auch die Bürgermeister der vom Projekt betroffenen Stadtbezirke zeigen sich skeptisch.

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    Pläne für das Projekt "Dubai Reefs"
    Pläne für das Projekt "Dubai Reefs"
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    "Verändert Antlitz der Stadt bedeutend"

    Der Bürgermeister des XIV. Bezirks, Csaba Horváth, erinnerte daran, dass nach den aktuellen Bauvorschriften ein Gebäude in dem Gebiet die Höhe von 50 Metern nicht überschreiten darf. Dieses würde angesichts seiner Lage direkt hinter dem Heldenplatz, eines der Wahrzeichen von Budapest, das Antlitz der Stadt bedeutend verändern, berichtete das Portal "Epiteszforum.hu". Gegen das geplante Projekt startete auch die systemkritische Bewegung Szikra eine Petition. Der Stadtbezirk Zugló und das benachbarte Viertel Angyalföld im XIII. Bezirk benötigten keine Luxus-Wolkenkratzer, sondern bezahlbare Mietwohnungen, Studentenwohnheime, Parks und Spielplätze, fordern sie.

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