Englands Fußball-Rekordmeister Manchester United wird wohl nicht an ein Konsortium aus Katar verkauft. Wie die BBC am Samstag berichtete, soll Scheich Jassim Bin Hamad Al Thani sein milliardenschweres Angebot für die Red Devils zurückgezogen haben. Der Verkaufsprozess war in den vergangenen Monaten erheblich ins Stocken geraten.
Nach mehreren Geboten am Anfang des Jahres waren Scheich Jassim sowie der britische Milliardär Jim Ratcliffe mit seiner Ineos-Gruppe in der besten Position für einen Erwerb des Klubs. Der unbeliebten Familie Glazer, derzeitiger Eigentümer von ManUnited, waren die Summen von angeblich über sechs Milliarden Pfund aber offenbar zu gering.
Das Konsortium aus Katar mit Scheich Jassim an der Spitze hatte angekündigt, die Schulden des Klubs in Höhe von 970 Millionen Pfund zu tilgen, dafür aber die komplette Kontrolle über den Rekordmeister zu erhalten. Ratcliffe wollte offenbar einen kleineren Anteil.
Aktuell weist vieles auf einen Teileinstieg von Ratcliffe hin. Zwar soll der INEOS-Boss "nur" 25 Prozent des Klubs kaufen wollen, das aber überteuert. Warum? Ratcliffe will sich von den Glazers im Gegenzug sportliche Macht zusichern lassen. Der US-Familie wird seit vielen Jahren von der Fanbase des Klubs vorgeworfen, den Sportverein lediglich als Investement zu betrachten, die nötigen Investitionen in Sport und Infrastruktur schuldig zu bleiben. Das könnte sich mit Ratcliffe ändern.
Als Boss eines Segelteams, Radteams und Drittel-Eigentümer des Mercedes-Formel-1-Teams hat er seine sportlichen Ambitionen schon in anderen Bereichen unter Beweis gestellt. Im Fußball ist der 70-jährige Multi-Milliardär unter anderem bei Ligue-1-Klub Nizza beteiligt.