Bei der insolventen Drogeriekette dayli war am Freitag Schicksalstag. Masseverwalter Rudolf Mitterlehner hatte angekündigt die Entscheidung über einen Weiterführung oder das endgültige Aus bekannt zu geben. Dem kam der Kreditschutzverband KSV 1870 zuvor. Bis Ende Juli muss ein Investor her. Wenn nicht, wird endgültig geschlossen.
Bei der insolventen Drogeriekette dayli war am Freitag Schicksalstag. Masseverwalter Rudolf Mitterlehner hatte angekündigt die Entscheidung über einen Weiterführung oder das endgültige Aus bekannt zu geben. Dem kam der Kreditschutzverband KSV 1870 zuvor. Bis Ende Juli muss ein Investor her. Wenn nicht, wird endgültig geschlossen.
Dem KSV zufolge soll die Investorensuche noch bis maximal Ende Juli weitergehen. Fix sei jedoch, dass 1.261 Beschäftigte ihren Job verlieren, 355 Filialen geschlossen werden und vorerst noch 522 Geschäfte offen bleiben. Zugesperrt wird auch ein Lager in Gröbming (Steiermark).
Investoren werden fieberhaft gesucht
Der neue Inhaber Martin Zieger braucht für sein Konzept von nur noch 500 dayli-Filialen 40 Mio. Euro, die Investorensuche laufe noch - vielversprechend, hieß es aus dem Unternehmen.
"Die Entscheidung des Masseverwalters zeigt, dass das von uns vorgelegte Konzept eine Chance hat, potenzielle Investoren zu überzeugen sowie Arbeitsplätze und die Nahversorgung in Österreich zu sichern. Wir arbeiten intensiv daran das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu erhalten. Sobald wir konkrete Ergebnisse haben, werden wir umgehend darüber informieren", sagte Zieger am Freitag in einer Aussendung.
Der Chef des Kreditschutzverbandes (KSV) von 1870, Hans-Georg Kantner, ist mit der nun gefundenen Lösung für die insolvente Drogeriekette sehr zufrieden. Masseverwalter Rudolf Mitterlehner habe "total verantwortungsvoll" und "sehr professionell" reagiert. "Die Fortführung ist der Schlüssel", so Kantner. Trotzdem: "Die Zeit drängt."
Generell lasse sich sagen, dass ein Handelsbetrieb leichter fortzuführen sei als viele andere Betriebe, da die Waren sehr schnell umgeschlagen werden und daher viel Liquidität im Unternehmen sei. Wie das Tagesgeschäft weiter geführt wird, entscheidet der Masseverwalter auf Vorschlag des Unternehmens. Inhaber Martin Zieger müsse nun in den nächsten Wochen zumindest einen niedrigen zweistelligen Betrag auftreiben, so Kantner.
Gekündigte Mitarbeiter bekommen Vorschuss von AMS
3.468 dayli-Mitarbeiter gab es bislang in Österreich. Zumeist Frauen warten noch auf ihre Juni-Gehälter und ihr Urlaubsgeld. Ebenso sind die Mieten für Juli ausständig. GPA-Chef Wolfgang Katzian erinnerte die nunmehr Gekündigten daran, dass sie nach einer unverzüglichen Meldung beim AMS einen Vorschuss auf das Arbeitslosengeld beantragen können.
Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) merkte an, dass die nunmehr arbeitslosen dayli-Mitarbeiter in den Arbeitsstiftungen - je nach Potenzialanalyse - eine bis zu vierjährige Ausbildung absolvieren können. "In dieser Zeit erhalten die Teilnehmerinnen neben dem Arbeitslosengeld ein Stiftungsstipendium."
Mitarbeiter im Unternehmen dürfen zinsenlos Konto überziehen
Hundstorfer betonte, dass die Banken zugesagt hätten, den dayli-Mitarbeitern, die ja alle noch auf ihr Juni-Gehalt und Urlaubsgeld warten, eine zinsenlose Kontoüberziehung zu gewähren.
1.340 Gläubiger
Aus dem Sanierungsverfahren würde ein Konkurs, wenn kein Investor gefunden wird. Parallel zur Insolvenzabwicklung läuft die Anmeldefrist für alle Gläubiger noch bis 13. September 2013. Neben den Beschäftigten sind rund 950 Vermieter und 1.340 weitere Gläubiger von der Insolvenz betroffen. Der Buchwert der Gesamtpassiva (inkl. Rückstellungen) beträgt laut Status per 30. Juni 56,37 Mio. Euro.
Ende Juni hatte dayli noch Vorräte im Wert von 15,3 Mio. Euro und knapp 8 Mio. Euro in der Kassa.
"Ob das neue schlanke Konzept einen finanzstarken Partner anlockt, bleibt abzuwarten. Länger als bis Ende Juli wird das jedoch nicht sein", betonte der Kreditschutzverband (KSV) von 1870 in seiner Aussendung. Wenn es mit einem Investor nicht klappt, würden in den nächsten Wochen weitere Schließungen folgen müssen.