Aus einem Sensationsfund im niederösterreichischen Mistelbach wird ein Kunst-Krimi. Ein Familienvater "fand" eine Mappe voller Schiele-Zeichnungen im Nachlass seines Vaters. Jetzt beginnt diese Geschichte zu bröckeln. Eine Schiele-Expertin kannte einen Teil der Bilder bereits, andere in der Mappe stellten sich als Fälschung heraus. Besonders brisant: Im Februar sollen zwei Zeichnungen versteigert werden.
Aus einem Sensationsfund im niederösterreichischen Mistelbach wird ein Kunst-Krimi. Ein .
Der 38-jährige Familienvater will die Bilder auf dem Dachboden gefunden haben. Im Dezember verkündete der Mann dann voller Freude, dass Schiele-Expertin Jane Kallir seine Bilder für echt befand. Das stimmt so nicht, wie das "profil" schreibt.
Jane Kallir kennt Bilder seit 80ern
Kallir, eine der weltweit wichtigsten Expertinnen für Egon Schiele kuratierte 2011 die Schiele-Ausstellung im Belvedere. Sie kannte drei der "gefundenen" Aquarelle bereits seit 1986. Die Schiele-Werke können also nicht seit langem verschollen sein, wo doch Kallir erst 1990 die Bilder in ihrem Schiele-Oeuvrekatalog veröffentlichte.
Expertin: "Mappe als Ganzes ist eine Fälschung"
Was die Expertin außerdem herausfand: Nur die ersten drei Bilder der Mappe sind echt. "Die Mappe als Ganzes ist eine Fälschung. Allerdings hat jemand drei echte Schiele-Aquarelle hineinmontiert, wer auch immer das war", wird die Expertin in "profil" zitiert.
Echte Schiele-Bilder: "nicht sonderlich interessant"
Die drei echten Schiele-Aquarelle stammen aus dem Jahr 1907. Sie gehören zu Schieles Frühwerk. Jane Kallir hält die Aquarelle für "nicht sonderlich interessant. Aber irgendjemand hat sie benutzt, um dieses Konvolut daraus zu machen."
Auktion im Februar: Schiele gegen Sportwagen
Der niederösterreichische "Finder" will zwei der Bilder am 4. Februar im Londoner Auktionshaus "Bonhams" versteigern. Erst vor wenigen Tagen verriet der Mann "Heute", dass sich um den Erlös der Bilder einen Sportwagen zulegen will. "Garten mit Baum" und "Segelschiff" wurden auf cirka 60.000 Euro geschätzt. Ob jetzt, nach Auffliegen der Fälschungen, noch jemand mitbieten will, wird sich erst zeigen.
APA/red.