Schütze nach Mafia-Mord weiterhin auf der Flucht

Am Freitag sind in der Wiener Innenstadt Schüsse gefallen. Ein Mann wurde getötet, ein weiterer schwer verletzt. Die Polizei geht von organisiertem Verbrechen aus.
Während die Suche nach dem Schützen weiter auf Hochtouren läuft, kommen immer mehr Informationen zu den Hintergründen der Bluttat ans Licht. Bei dem Mann, der bei der Schießerei am Freitag in der Wiener Wollzeile getötet wurde, soll es sich um den 32-jährigen Vladimir R. handeln.

Er wurde Berichten zufolge mit einem Kopfschuss und einem Durchschuss im Oberkörperbereich tödlich verletzt. Wie bereits spekuliert wurde und von der Polizei mittlerweile bestätigt, dürfte die Tat im Zusammenhang mit mafiösen Geschäften stehen. So führt die Spur in die montenigrische bzw. serbische Unterwelt. "Zum jetzigen Stand dürfte die Tat im Zusammenhang mit der organisierten Kriminalität im Bereich des Westbalkans stehen", so die Polizei.

Gerade erst freigelassen

Der Getötete – ein Mitglied des "Kavacki Klans" aus Montenegro – saß ausländischen Medien zufolge bis vor wenigen Wochen noch hinter Gittern. Erst am 7. Dezember wurde der 32-Jährige, der im Zusammenhang mit einem Bombenanschlag inhaftiert war, auf freien Fuß gesetzt. Mitte der Woche sei er nach Wien gereist.

CommentCreated with Sketch.13 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Ausländischen Medien zufolge habe Vladimir R. eine Vorahnung gehabt und in Angst gelebt, eines Tages aus Rache auf offener Straße getötet zu werden.

Schüssen am Lugeck, Polizei sperrt Tatort
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Fehde nach Drogendeal

So gilt der Kavacki-Klan seit Jahren mit einem zweiten Klan aus Kotor verfeindet, nachdem bei einem Drogengeschäft in Valencia 2014 etwa 200 Kilogramm Kokain verschwunden waren. Daraufhin sollen immer wieder Mitglieder beider Klans tot aufgefunden worden sein – allein innerhalb von einem Monat sollen 2016 acht Menschenleben auf das Konto der beiden Mafia-Banden gegangen sein, schreiben örtliche Medien.



Beim zweiten Opfer handelt es sich um Stefan V. (23). Ausländische Medien berichten, dass sein Bruder und sein Vater – ein ehemaliger Bandenboss – im Zuge von Mafiaabrechnungen getötet wurden.

Stefan V. und Vladimir R. waren mit einer dritten Person, einem unverletzt gebliebenen 29-Jährigen in der City unterwegs, als es zu dem Überfall kam. Dieser wurde am Samstag von den Ermittlern als Zeuge vernommen.

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