Schimmel im Gemeindebau – nun wehrt sich kranke Wienerin

Schimmel, Stress und Krankheit bringen Gemeindebaubewohnerin Ernestine Scholz (71) an ihre Grenzen. Im "Heute"-Talk erhebt sie jetzt schwere Vorwürfe.

Seit Anfang September dringt Wasser aus dem darüberliegenden Stockwerk in die Unterkunft der Mieterin. Der dadurch entstandene Schimmelbefall in Wohnzimmer, Küche und Bad habe ihre Lungenkrankheit (COPD 2) massiv verschlimmert.

Erst letzte Woche tauchten Arbeiter auf und schlugen den Putz von den Wänden. Eine reine Symptombekämpfung, ohne die Ursache in Angriff zu nehmen. "Das ist idiotisch, eine Sisyphusarbeit", bringt es die Pensionistin auf den Punkt (Video oben).

Mieter verschwunden

Die Schadensquelle – offensichtlich ein Rohrbruch – befindet sich in einer verlassenen Wohnung.

Von der Hausverwaltung beauftragte Installateure kleben verzweifelt Benachrichtigungen an die Tür. Den Nachbarn habe die 71-Jährige mehr als ein halbes Jahr nicht mehr gesehen. Mittlerweile hat sich die Nässe weitflächig im Stiegenhaus ausgebreitet.

Hinter dieser Tür in einem Favoritner Gemeindebau soll sich der Wasserschaden befinden.
Hinter dieser Tür in einem Favoritner Gemeindebau soll sich der Wasserschaden befinden."Heute"

"Es ist übernimmt keiner Verantwortung"

"Es ist übernimmt keiner die Verantwortung", klagt Frau Scholz. "Die Feuerwehr hat gesagt, sie dürfen die Wohnung oben nicht aufmachen, außer bei mir rieselt es runter, als würde ich unter der Brause stehen." Auch der Exekutive seien die Hände gebunden. "Eine Polizistin hat gemeint, solange es nicht süßlich riecht, wird nicht aufgebrochen", schüttelt sie den Kopf.

Eine "Schlüsselrolle" könne auch Wiener Wohnen nicht spielen. "Einzig und alleine ist es der Feuerwehr und der Polizei erlaubt, eine Wohnungstüre aufzubrechen, wenn Gefahr in Verzug ist. Der Hausverwaltung nur, wenn sie einen gerichtlichen Beschluss hat", erklärt eine Sprecherin auf "Krone"-Anfrage.

FPÖ übt scharfe Kritik

Nachdem ein FPÖ-Gemeinderat den Stein ins Rollen gebracht hat, legt Landesparteiobmann Dominik Nepp nach: "Es kann wohl nicht angehen, dass eine Mieterin über ein Monat mit einem Wasserschaden leben muss, Schimmel ihre ohnehin bereits angeschlagene Gesundheit beeinträchtigt aber Wiener Wohnen untätig bleibt und erst auf Urgenz unseres Wohnbauombudsmann Michael Niegl Bewegung in die Sache kommt. Vizebürgermeisterin, Stadträtin Kathrin Gaál muss umgehend die Verantwortlichen von Wiener Wohnen an ihre Verpflichtungen als Hausverwaltung zu erinnern, derartige Vorfälle sind mittlerweile die Regel."

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