Der Schiedsrichter-Koordinator Gianluca Rocchi, für die Serie A und B zuständig, hat sich kurioserweise selbst von seinem Amt suspendiert. Der Grund: Die Staatsanwaltschaft Mailand ermittelt gegen ihn – wegen Verdachts auf Sportbetrug. Damit aber nicht genug. Brisant: Im Mittelpunkt der möglichen Manipulation stehen Spiele von Inter Mailand – der Traditionsklub ist aktuell am Weg zum nächsten Scudetto.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Rocchi soll gezielt Schiedsrichter angesetzt haben, die Inter Mailand bevorzugen. Allerdings geht es um die Partien Bologna gegen Inter, sowie das Coppa-Italia-Derby Inter gegen Milan – beide aus der vergangenen Saison. Auch beim Liga-Spiel Udinese gegen Parma soll Einfluss genommen worden sein.
Besonders pikant: Laut "Gazzetta dello Sport" sollen sogar Druck auf Referees ausgeübt und VAR-Entscheidungen beeinflusst worden sein. Inter selbst reagierte bisher nicht offiziell. Intern zeigt man sich laut Bericht überrascht – schließlich habe man die betroffenen Spiele sogar verloren.
Außerdem wird bei den Spielen zwischen Udinese gegen Parma (Sieg durch Elfmeter) sowie Inter gegen Hellas Verona (2:1) ermittelt. Auch die Sportjustiz ist bereits eingeschaltet: Die Staatsanwaltschaft des Fußballverbands FIGC hat die Akten angefordert.
Und auch Sportminister Andrea Abodi stellte klar: Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen harte Konsequenzen. Rocchi selbst weist alles zurück. Er habe "stets korrekt gehandelt". Die Selbstsuspendierung diene nur dazu, die Ermittlungen nicht zu behindern. Der 52-Jährige ist seit 2021 Schiri-Boss in Italiens Topligen.