Österreich

Schlachthof verkaufte zehn Jahre lang "Gammelfleisch"

In einem steirischen Schlachthof sollen zehn Jahre lang Reste für die Tierkörperverwertung mit genießbarem Fleisch gemischt worden sein. 
Christine Ziechert
13.12.2021, 16:23

Schwere Vorwürfe gegen den Geschäftsführer eines steirischen Schlachthofes: Von 2009 bis 2019 soll dort ungenießbares Fleisch mit "normaler" Ware vermischt und anschließend verkauft worden sein. Bereits zehn Monate läuft ein Prozess am Straflandesgericht Graz. Heute, Montag, fiel das (nicht rechtskräftige) Urteil: zwei Jahre Haft, davon acht Monate unbedingt.

"Wir mussten das verdorbene Fleisch abwaschen und zum normalen Fleisch dazugeben", schilderte laut der "Kleinen Zeitung" einer der Fleischhauer als Zeuge. Und das Zusammenmischen war offenbar kein Problem: Denn die vom Tierarzt für die Tierkörperverwertung deklarierten Schweine wurden am selben Platz zerlegt wie die anderen Tiere. Ein anderer Zeuge hatte wiederum ausgesagt, er habe nie einen Betrieb gesehen, in dem so unhygienisch gearbeitet wurde.

Schweinerei flog durch Mikrosender auf

Die Schweinerei flog auf, als drei Teile, die für die Tierkörperverwertung vorgesehen waren, mit Mikrosendern versehen wurden. Diese tauchten dann plötzlich beim genusstauglichen Fleisch auf und sollten an Kunden weiterverkauft werden.

Der Angeklagte leugnete vor Gericht die Vorwürfe, fühlt sich unschuldig. Eine defekte Waage sei schuld, die an einem Tag ein Chaos in den Abläufen verursacht haben soll. Dadurch seien möglicherweise die Fleischteile durcheinander geraten. "Es wurde nie etwas verkauft, das gesundheitsschädlich war", betonte der Südsteirer.

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