Schlepper: „Wusste nichts von 43 Flüchtlingen in Lkw"

LPD NÖ, privat
LPD NÖ, privatAnwalt und der Kühllaster
Die 43 Flüchtlinge, die von Rumänien nach NÖ in einem Kühllaster gebracht worden waren, sprechen von einer Horrorfahrt. Jetzt redet der Schlepper.

Am 9. September waren Dutzende völlig erschöpfte Flüchtinge kurz vor dem Erstickungstod auf der A4 in Flughafennähe im Bezirk Bruck an der Leitha von einem Lkw gesprungen ("Heute" berichtete) und erinnerten damit an ein dunkles Kapitel mit 71 Toten in einem LKW auf der A4 vor fünf Jahren.

"Wusste nicht, dass Menschen im Lkw sind"

Der türkische Lenker Memet K. (51) wurde daraufhin festgenommen, sprach gestern erstmals über seinen Anwalt Wolfgang Blaschitz über die Fahrt: „Er sagt, dass er im Auftrag eines gewissen Hidir und Serdar nach Österreich fuhr und an eine Routine-Warenlieferung dachte. Es sei ihm überhaupt erst kurz vor der österreichisch-ungarischen Grenze aufgefallen, dass Menschen im Anhänger sind. Und er beschwört, dass es keine weiteren Schleppungen gegeben hat.“

Die Staatsanwaltschaft Korneuburg sowie das Landeskriminalamt Niederösterreich sehen dies jedoch ganz anders: Memet K. soll mit dem präparierten Lkw mehrere Schlepperfahrten durchgeführt haben, immer mit dabei: Seine Freundin Mihaela M., die in einem Begleitwagen (Ford Focus mit einem bulgarischen Kennzeichen) vorausfuhr.

"Hatten Todesangst"

Im Anhänger war keine Luftzufuhr, eine Falltüre war der einzige Zugang zum Frachtraum, die Türe war durch die Ladung versperrt. Die 43 Flüchtlinge sprachen von einer Horrorfahrt und Todesängsten. Dennoch mussten sie für die lebensgefährliche Reise bis zu 8.000 Euro hinblättern.

Wo ist Freundin?

Der mutmaßliche Schlepper sitzt jetzt in Korneuburg in U-Haft, ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft. Seine Freundin und Komplizin ist weiterhin wie vom Erdboden verschluckt.

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