Die von Wien geplante City-Maut für Einpendler erhitzt nach wie vor die Gemüter. Landesrat Ludwig Schleritzko will den Vorwurf, NÖ mache zu wenig für den Öffi-Ausbau, aber nicht so stehen lassen.
Die Pläne von Maria Vassilakou, eine City-Maut für Wien-Einpendler einzuheben, stoßen in Niederösterreich auf strikte Ablehnung. 250 Millionen Euro würde das Niederösterreich zusätzlich kosten.
Kritik kam von den Grünen, der Ausbau der Öffis in NÖ würde zu langsam voranschreiten, es sei zu wenig passiert.
Doch das will Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko nicht auf sich sitzen lassen: "Auch wenn die Grünen in Wien und Niederösterreich es immer wieder anders darstellen: Niederösterreich hat in den letzten Jahren kräftig in den Ausbau des Angebots im öffentlichen Verkehr rund um Wien investiert."
"Wien wird zum Flaschenhals der Ostregion"
Schleritzko sieht das Problem an einer ganz anderen Stelle: "Weitere Verbesserungen sind bald nicht mehr möglich, weil das Wiener Schienennetz an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Wien wird damit für die Verkehrsplanung vom Knotenpunkt immer mehr zum Flaschenhals in der Ostregion. Wir fordern koordinierte Investitionen in die Infrastruktur, um hier entgegenwirken zu können", so der Landesrat.
Er plädiert für eine bessere Aufteilung der Bundesmittel zum Öffi-Ausbau. Bereits Verkehrsminister Norbert Hofer ließ anklingen, er wolle bei Einführung der City Maut jene Mittel, die derzeit in den U-Bahn-Ausbau in Wien fließen, umverteilen, um die umliegenden Gebiete damit zu stärken ("Heute" berichtete).
Weiters verweist Schleritzko auf die Maßnahmen wie beispielsweise die Angebotsverdoppelung auf diversen Strecken der Franz-Josefs-Bahn und Taktverdichtungen, die mehr Sitzplätze zur Verfügung stellen.
Für Wien hat der Landesrat Verbesserungsvorschläge, von denen NÖ-Pendler profitieren können: Zum einen wäre es möglich, mehr Züge in Wien zu bestellen, um die Überlastung in den Griff zu bekommen. Zum anderen wäre der Ausbau der Bahnsteiglänge auf 230 Meter möglich – beispielsweise am Handelskai, Traisengasse, Rennweg und Matzleinsdorfer Platz. Die Züge könnten somit um mehrere Waggons aufgestockt werden, was wiederum mehr Sitzplätze bedeutet.
(nit)