Die Erzdiözese Wien streicht die Subventionen für alle Pfarrkindergärten in Niederösterreich, darunter auch die Standorte in Baden, Wr. Neustadt oder Neunkirchen. "Die Kosten in den vergangenen Jahren waren enorm und in kommenden Jahren wären noch zahlreiche weitere Investitionen angefallen. Das wäre den Kirchenbeitragszahlern einfach nicht mehr zumutbar gewesen", so Sprecher Michael Prüller gegenüber "Heute". Die Finanzierung sei wirtschaftlich einfach nicht mehr vertretbar.
Die Kindergärten haben eine zweijährige Übergangsfrist. Ab Herbst 2022 spielt die Erzdiözese dann nicht mehr den Alleinerhalter. "Wir konnten bei den Gehältern nicht mehr mithalten. Es hätte nur die Möglichkeit gegeben, die Subventionen noch weiter zu erhöhen oder mehr Geld von den Eltern zu verlangen. Beides wäre nicht sinnvoll gewesen", erklärt Prüller weiter. Nun wird nach möglichen neuen Trägern gesucht.
Einer der Hauptgründe für die Unwirtschaftlichkeit der Kindergärten war bislang die fehlende Unterstützung vom Land Niederösterreich. Kurz nachdem die Erzdiözese diese Woche ihren Rückzug bekanntgab, zeigte man sich dort dann aber doch gesprächsbereit. Sollte das Land die Kindergärten fördern, könnte auch die Kirche umdenken. "Wenn man uns da entgegenkommt, gibt es sicher auch die Möglichkeit, dass die Kirche doch weiter Kosten übernimmt", so Prüller.
Für die vielen Angestellten, Eltern und Kinder beginnt nun dennoch die bange Zeit des Wartens. Die Pfarrkindergärten in Wien sind übrigens nicht von der Maßnahme betroffen. "Das Fördermodell in Niederösterreich ist grundsätzlich ein ganz anderes als in Wien", so Prüller. In Wien unterstütze auch die Stadt die Pfarrkindergärten, in Niederösterreich sei das nicht der Fall. Die Erzdiözese St. Pölten hatte deshalb schon vor Jahren ihre Kindergärten an die öffentliche Hand abgegeben.