Schloss Reinhardsbrunn - Thüringens verlorenes Parad...

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Land: D, Genre: Land + Leute

Nicht weit von Gotha liegt die Wiege Thüringens: Schloss Reinhardsbrunn, einst heiliger Ort des Mittelalters, legendenumwobener Fluchtort der Nazis und nobles Devisenhotel der DDR. Das Jagdschloss des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha ist auch eng verflochten mit dem englischen Königshaus. Ein Schloss voller Geister der Vergangenheit, verlassen - doch wunderschön. Der Film erzählt ein spannendes Kapitel Thüringer und deutscher Geschichte. 2018 werden die Eigentümer dieses denkmalgeschützten Schlosses, eine Firma aus Russland, durch den Freistaat Thüringen enteignet; nach 20 Jahren des Verfalls. Es ist das erste Mal, dass eine solche - völlig legale und trotzdem umstrittene - Entscheidung in Deutschland tatsächlich durchgesetzt wird. Mit dem Willen von "ganz oben", forciert von Ministerpräsident Bodo Ramelow und unterstützt durch die breite Bevölkerung. Der Film von Dirk Schneider begleitet Christoph von Berg, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Reinhardsbrunn, durch das völlig verfallene Schloss am Fuß des Thüringer Waldes. Der Vereinsvorsitzende war der letzte Bewohner von Reinhardsbrunn. Anfang der 1990er-Jahre wird der westdeutsche Manager nach Thüringen geschickt, um von dort aus für den Tchibo-Konzern den Osten zu erobern: "Wenn ich schon im Osten leben musste, dann sollte es schon ein Schloss sein." Elisabeth Hügel erzählt im Film, wie sie hier - in den 1980er-Jahren - am Empfang des Interhotels Reinhardsbrunn Gäste aus aller Welt begrüßte. 1993 schließt das Hotel wegen geplanter Sanierungsarbeiten. Doch seither verfällt dieser einmalige neogotische Bau, der umgeben ist von einer der immer noch schönsten Parkanlagen Ostdeutschlands. Auch Filmteams wissen diesen verwunschenen Ort zu schätzen - sei es als ideale Kulisse für "Rapunzel" und "Katharina Luther" oder gar für einen Film über das Bernsteinzimmer. Außerdem kommt Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha wieder einmal nach Reinhardsbrunn. Sein berühmter Großvater Carl Eduard, der noch in England geboren wurde, versprach später als bekennender Nazi "seinem" Führer Adolf Hitler das Schloss als Fluchtort.

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