Der neue Öffi-Takt in Klagenfurt mit kürzeren Intervallen sollte am Sonntag groß beworben werden, doch viele Fahrgäste und Leser fanden das Inserat der Kärntner Linien in einer bekannten Wochenendzeitung völlig taktlos. Darin wird mit dem Spruch "Keiner kommt öfter" und einem Foto eines Mannes, der einer Frau zuzwinkert, eindeutig zweideutig auf den neuen, verbesserten Öffi-Service in Klagenfurt hingewiesen.
Ganz und gar nicht verklemmt wirkt auch die Überschrift: "Kärntner Linien. Da geht immer was", titelt der aus mehreren Unternehmen bestehende Kärntner Verkehrsverbund (Motto: "Wir verbinden") seine Annonce. Die Hintergründe für die freche Kampagne blieben vorerst unklar. Allerdings war das Inserat laut "Kurier" in den Klagenfurter Kaffeehäusern am Erscheinungstag das Gesprächsthema Nummer eins.
Aus dem Büro von Verkehrslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) hieß es gegenüber der Zeitung, dass die Kärntner Linien ihre Werbelinie selbst festlegen würden und diese nicht vorher mit dem Land abgestimmt wird: "Das alles ist nicht nur nicht optimal, sondern unnötig und daneben."
Ihr Hauptziel dürfte der Anzeige jedenfalls gelungen sein: Natürlich habe man mit der Kampagne Aufmerksamkeit erregen wollen, reagiert Reinhard Wallner, Sprecher des Verkehrsverbunds Kärnten in der "Kleinen Zeitung": "Aber keinesfalls so, wie das jetzt ausgelegt wird." Weil es absolut nicht das Ansinnen des Unternehmens gewesen sei, solche Assoziationen zu erzeugen, habe man die Marketingruppe der Kärntner Linien gebeten, das betreffenden Sujet so schnell wie möglich zurückzuziehen.