Mercedes schafft es in Baku überraschend auf die Ränge drei und vier. George Russell gelingt bereits sein dritter Podiumsplatz der Saison. Lewis Hamilton wird dahinter Vierter. Beim Red-Bull-Doppelsieg scheiden beide Ferraris aus, die Silberpfeile nutzen die Gunst der Stunde.
Der siebenfache Weltmeister kann sich über das gute Mannschaftsergebnis ganz und gar nicht freuen.
Hamilton jammert schon zur Rennhälfte über den Boxenfunk: "Mein Rücken bringt mich um." Nach dem Rennende quält sich der 37-Jährige aus seinem Auto, hält sich mit der rechten Hand den lädierten Rücken. Schon am Samstag hatte er aufgrund des heftigen Bouncings des Autos über heftige Rückenschmerzen geklagt, die FIA zum Handeln aufgefordert. Der Mercedes verkommt nach und nach zum "Schmerzedes".
Hamilton: "Ich war kurz davor, im Rennen zu stoppen. Der Schmerz war zu groß. Ich bin auch auf der Geraden fast gecrasht. Die letzten zehn Runden musste ich wirklich in mich gehen uns sagen: Aushalten, aushalten, aushalten. Es waren die schwersten zehn Runden meines Lebens."
Teamchef Toto Wolff wird am Funk nach der Zielankunft deutlich: "Wir alle wissen, dass ist ein bisschen eine Scheißkiste zu fahren im Moment. Tut mir leid wegen dem Rücken."
Hamilton funkt zurück: "Gut gemacht, Leute. Danke. Aber wir müssen etwas ändern …"
Mercedes kämpft wie kein zweiter Rennstall mit dem sogenannten "Bouncing". Das Auto hüpft speziell auf den Geraden auf und ab, schüttelt die Fahrer kräftig durch. Wolff, Hamilton und Russell appellierten schon vor dem Grand Prix an die FIA, eine Regeländerung zu bewirken, weil man um die Gesundheit der Fahrer fürchte. Auch die Sicht werde dadurch stark beeinträchtigt. Nicht nur die Mercedes beklagen sich über das "Bouncing".
Auch die Fahrer anderer Teams äußern sich besorgt. Aston Martins Sebastian Vettel spricht Klartext: "Irgendwann knallt's, und dann knallt's richtig. Da muss sich etwas von oben her ändern."