Schnabl will Umstieg auf Schweizer Strompreissystem

NÖ-Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl (SPÖ)
NÖ-Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl (SPÖ)Michael Indra / SEPA.Media / picturedesk.com
Der Strompreis explodiert, weil das teuerste Kraftwerk den Preis bestimmt. Niederösterreichs SPÖ-Chef Franz Schnabl will es wie in der Schweiz.

Sein Kommentar in der "Presse" hatte für Aufsehen gesorgt: Österreich drohen zweistellige Teuerungsraten, befürchtet Schnabl. Als Preistreiber ortet er den galoppierenden Strompreis. Denn in Österreich wird der Preis nach den Kosten berechnet, die beim teuersten Kraftwerk für die letzte produzierte Megawattstunde anfallen. Deshalb treiben Gaskraftwerke derzeit die Strompreise in die Höhe. Das Berechnungssystem heißt "Merit-Order".

Wind bleibt billig

Dieses System will Schnabl durchbrechen. Seine Kritik: In Österreich arbeite die EVN bis zu 80 Prozent mit erneuerbaren Energien. Wasser, Sonne, Wind seien nicht teurer geworden, so Schnabl zu "Heute".

Gas statt Wasser

Auch der Verbund werbe mit Strom aus 100 Prozent Wasserkraft, verrechne dann aber 100 Prozent Erdgas. Schnabls Lösung: Auf das Schweizer Preissystem umsteigen. Bei den Eidgenossen muss exakt der Energiemix bezahlt werden, der verkauft wird. Das heißt: EVN und Verbund dürften gestiegene Gaskosten aufschlagen, aber bei Wasser-, Wind- oder Sonnenenergie müssten alte Preise gelten.

Die Zuständigen Arbeitsminister Kocher und Energieministerin Gewessler könnten das Preissystem per Verordnung jederzeit ändern, sagt Schnabl.

In EU unmöglich

Eine Festlegung des Strompreises sei unionsrechtlich unmöglich, heißt es hingegen aus dem Gewessler-Büro zu "Heute". Österreich sei an Vorgaben des EU-Energiemarkts gebunden.

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