Schneechaos legt A10 Tauernautobahn lahm

Schneechaos Ende April: Österreichweit gibt es nicht nur starken Regen, sondern auch jede Menge Schnee - und Serienunfälle.

Der Wintereinbruch beschert Österreich reichlich Schneefall und damit Unfälle und liegengebliebene Fahrzeuge. Die A10 Tauernautobahn von Salzburg nach Villach war am Nachmittag zwischen Altenmarkt und Tauerntunnel gesperrt. Aufgrund des starken Schneefalls waren zahlreiche Autos, die bereits Sommerreifen montiert hatten, liegen geblieben.

Vor allem nördlich der Alpen von Vorarlberg über Nordtirol und Salzburg bis zum Mostviertel und zur nördlichen Obersteiermark ist es derzeit tiefster Winter. Schnee fiel bis auf 500 Meter Seehöhe in die Täler herab und die Temperaturen rasselten in den Keller. Wo es nicht schneit, da regnet es – am stärksten in Kärnten, wo am Loibl innerhalb von 24 Stunden 140 Liter pro Quadratmeter niedergingen.

Die Asfinag warnt die Autofahrer: Vor allem am Arlberg sei die Situation dramatisch. Am Arlbergpass, der Ausweichroute für den aufgrund der Sanierungsarbeiten gesperrten Arlbergtunnel herrschen tiefwinterliche Fahrverhältnisse. "Wir empfehlen, den Arlbergpass nach Möglichkeit großräumig zu umfahren", heißt es.

Bäume halten Schnee nicht Stand

Österreichweit werden aufgrund von Schnee und Schneematsch zahlreiche Unfälle gemeldet. In den Bezirken Wels und Wels-Land halten die Bäume der Last durch den schweren Schnee nicht stand und knicken um. Die Landeswarnzentrale der Feuerwehr zählte in der Früh bereits über 60 Einsätze. In Wels musste beispielsweise ein umgestürzter Baum von der Fahrbahn entfernt werden. In Sattledt stürzte ein Baum auf die Pyhrnpass Straße, ein nachkommender Lkw-Lenker fuhr mit seinem Fahrzeug über Äste des Baumes, das Schwerfahrzeug wurde leicht beschädigt.

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Zu Feuerwehreinsätzen kam es gegen 5.15 Uhr auch auf der B310 Höhe Kerschbaum. Ein Baum stürzte auf die Bundesstraße und blockierte einen Teil der B310. Die Feuerwehr Rainbach und Kerschbaum entfernten den Baum von der Straße. Verkehrsteilnehmer wurden zum Glück keine getroffen, die Fahrverhältnisse zeigen sich aber äußert widrig.

Vorläufige Monatsbilanz: Erstmals seit 2008 ist ein April wieder kühler als der vieljährige Durchschnitt (0,2°C unter dem Mittel). Der Niederschlag im April 2017 liegt in der aktuellen Auswertung 45 Prozent über dem Mittel, die Sonnenscheindauer 10 Prozent unter dem Mittel.

Die Blüte von Flieder und Apfel begann rund zwei Wochen früher als in einem durchschnittlichen April.

Kleinbus touchiert Verkehrsschilder

Am Freitagvormittag (28.04.2017) wurde die Feuerwehr Aspang zu einer Fahrzeugbergung auf die A2 bei der Auffahrt Krumbach alarmiert. Ein rumänischer Kleinbus kam von der regennassen Fahrbahn ab und hinter der Leitschiene auf einer Böschung zum Stillstand. Dabei touchierte der Kleinbus mehrere Verkehrstafeln. Mittels WLF wurde der Kleinbus geborgen und konnte in Folge die Fahrt bis zu einer naheliegenden Fachwerkstätte fortsetzen. Für die Bergungsarbeiten wurde die Auffahrt von der ASFINAG gesperrt und der Verkehr über die B55 umgeleitet.

Überschläge und Verletzte

Bereits in der Nacht auf Freitag kam ein 21-jähriger Angestellter aus Schwaz in Tirol mit seinem Wagen auf der Tauernautobahn bei Spittal an der Drau wegen des starken Regens ins Schleudern, fuhr auf die Straßenböschung und überschlug sich. Der Pkw kam auf der Fahrbahn zum Stillstand. Dabei wurde eine mitgefahrene Angestellte aus Schwaz unbestimmten Grades verletzt. Der Lenker blieb unverletzt, am Pkw entstand Totalschaden.

Um 5:20 Uhr wiederum wurde die Feuerwehr zu einer Fahrzeugbergung nach Pyhra angefordert. Auf der Landesstraße 59 musste ein beschädigter Pkw nach einem Verkehrsunfall geborgen werden. Der Lenker eines VW Passat war von der Fahrbahn abgekommen und gegen eine Gartenmauer geprallt. Der Lenker blieb zum Glück unverletzt.

Schneekettenpflicht für Lkw

Ohne Schneeketten dürfen Lastwägen derzeit nicht auf der Schwarzachtobelstraße zwischen L200 und Damm Schwarzach sowie auf der Bödele Landesstraße zwischen Schwarzenberg und Bödele fahren. Aber auch Autofahrer müssen vorsichtig sein, Winterausrüstung brauchen alle Lenker auf der Arlbergstraße.

Durch Schnee und Regen gibt es zudem zahlreiche Behinderungen und Stau: Auf der A2 bei Wolfsberg-Süd in Richtung Graz steht der Verkehr nach einem Unfall, ebenso bei Arnoldstein in Richtung Udine und in Richtung Wien bei Krumbach. Die A10 ist bei Zederhaus Richtung Villach überlastet. Gesperrt wurde die Steinamangerer Straße in beide Richtungen bei Jabing nach einem Unfall.

Überlastet sind auch die A23 Südosttangente in Fahrtrichtung Inzersdorf ab Kaisermühlen, der Äußere Gürtel zwischen Gürtelbrücke und Döblinger Hauptstraße sowie die Nordbrücke stadteinwärts vom Knoten Nord bis Höhe A22.

Besserung am Wochenende

Der Samstag bringt in der Osthälfte noch zahlreiche Wolken und in den Nordalpen vom Loferer Land ostwärts fällt bis Mittag noch etwas Regen oder Schnee. Die Schneefallgrenze steigt von 700 m auf 900 bis 1200 m an. Tagsüber setzt sich hier abseits vom Bergland zeitweiliger Sonnenschein durch, ein einzelner Regenschauer ist aber weiterhin möglich. Zahlreiche Sonnenstunden kommen hingegen im Westen und Süden zusammen. Teils lebhafter Nordwestwind, dazu maximal 8 bis 16 Grad.

Am Sonntag stellt sich verbreitet ruhiges, trockenes und deutlich wärmeres Wetter ein. Dabei scheint im ganzen Land häufig die Sonne. Während sich in der Westhälfte am Nachmittag Wolken einer Warmfront bemerkbar machen, entstehen im östlichen Bergland lediglich ein paar harmlose Quellwolken. Der teils föhnige Südostwind weht mäßig, am Alpenostrand auch lebhaft. Nach einer inneralpin frostigen Nacht steigen die Temperaturen auf 12 Grad in der Buckligen Welt und 21 Grad im Inntal. (red)

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