Schneekanonen sollen Bahnhöfe desinfizieren

So sieht sie aus, die Desinfektions-Schneekanone. Ein Mitarbeiter der Erfinder-Firma DAKA zeigt auch das kleinere Gerät (im Vordergrund), das in Räumen und Autos eingesetzt werden kann.
So sieht sie aus, die Desinfektions-Schneekanone. Ein Mitarbeiter der Erfinder-Firma DAKA zeigt auch das kleinere Gerät (im Vordergrund), das in Räumen und Autos eingesetzt werden kann.Bild: picturedesk.com
Eine Firma in Tirol will Schneekanonen zu Desinfektionsmaschinen für große Flächen umfunktionieren.
Liest man diese Nachricht, möchte man fast sagen: Nur in Tirol sind solche Gedanken möglich. Ein dort ansässiges Unternehmen will Schneekanonen zur Desinfektion großer Flächen nutzen.

Schneekanonen im Bahnhof

Das Entsorgungsunternehmen DAKA hat den kuriosen Vorschlag gemacht. Aufgrund der Funktionsweise von Schneekanonen (sie sprühen Wasser ganz dünn in die Luft), könnte man sie - gefüllt mit Desinfektionsmittel - zur Reinigung von Bahnhöfen, Flugplätzen, Stadien, Produktions- oder Veranstaltungshallen verwenden.

Das stellten sich die Verantwortlichen am Freitag bei einem Pressegespräch in Hopfgarten vor.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Auch für kleinere Räume gibt es eine Lösung: Das Unternehmen entwickelt gerade mobile Vernebler. Sie kommen teilweise schon jetzt in Altersheimen zum Einsatz. Auch Auto-Innenräume kann man mit dem kleinsten Gerät keimfrei machen. 90 Minuten nach der Desinfektion dürfen die Räume wieder betreten werden.



Erlass macht's möglich

Die Sache mit den Schneekanonen ist - man kann es kaum glauben - vom Ministerium quasi vorgeschrieben worden. Zumindest stellt es die Firma DAKA so dar. Im Erlass vom 31. März wird nämlich vorgeschrieben, dass Flächen, die regelmäßig von Kunden berührt werden, auch regelmäßig desinfiziert werden müssen.

Das Problem: "Die händische Wischreinigung ist natürlich die beste Methode, aber mit einem hohen Aufwand verbunden", so DAKA-Projektmanager Matthias Zitterbart.

Wasserstoffperoxid

Hier kommt die Schneekanonen-Idee zur Blüte. Anstatt mit Wasser aus einem Speichersee wird sie zum Desinfektionseinsatz mit Wasserstoffperoxid beladen. "Werfen" kann sie das keimtötende Gemisch bis zu fünfzig Meter weit.

"Innerhalb kürzester Zeit kann man damit große Flächen desinfizieren", erklärt Zitterbart. Aber: Es ist ein Umbau nötig. Denn die Schneekanone braucht Dosierbehälter und Hochdruckpumpen.

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