Österreich

Schnellstraße statt 12.000 Obstbäumen

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:57

Vier Prozent der österreichischen Bio-Birnen wachsen in Wolfenberg bei St. Pölten. Bauer Stefan Götzinger (36) hat in den vergangenen Jahren 10.000 Arbeitsstunden in den Aufbau der Bäume gesteckt. Heuer wird er das erste und voraussichtlich letzte Mal Birnen ernten. Denn seine Obstplantage soll dem Bau der S34 zum Opfer fallen.

Die Grundablöse kann Stefan Götzinger nicht trösten. Was hilft mir das Geld, wenn ich keinen Ersatzgrund finde?, so der Bauer, der 12.000 Birnbäume gesetzt und damit ein Projekt für die nächsten 30 Jahre angelegt hat. Karl Schaup geht es nicht besser. Auch seine Lebensgrundlage wird zerstört: In der Nähe einer Schnellstraße ist gar kein Bio-Betrieb mehr möglich. Politiker haben 50 Hektar als Ersatzgrund in Völtendorf angeboten, die Landwirte verlieren in Summe aber fast doppelt so viel. Weiteres Übel: Die Betroffenen müssen sich bis Jahresende entscheiden, für wie viele Hektar Ersatzgrund sie sich anmelden - obwohl noch unklar ist, wie viel Acker sie zwangsabtreten müssen. Der Verein Zukunft Umwelt Traisental (ZUUM) hat nun alle Bedenken zusammengefasst, das Verkehrsministerium wird diese prüfen. Der Baubeginn der S34 ist bereits für 2010 geplant. Elisabeth Czastka

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