Körpernahe Dienstleister dürfen laut Verordnung der Bundesregierung ab 12. Dezember ihre Geschäfte wieder öffnen. Wien fährt zwar in manchen Teilen eine schärfere Linie, schließt sich dieser Regelung aber an. Diese Regelung trifft aber nicht nur Frisöre oder Nagelstudios, sondern auch Bordelle und Laufhäuser. Für die Gastronomie gilt in Wien aber eine strengere Regelung. Kaffeehäuser und andere Lokale müssen bis 20. Dezember geschlossen bleiben.
In dem Entwurf der mittlerweile 6. Covid-19-Schutzmaßnahmen-Verordnung – er liegt "Heute" vor – dürfen bundesweit die Türen zu den Rotlicht-Etablissements wieder weit geöffnet werden – in Wien allerdings ohne Gastro. "Was für Saunaclubs, Laufhäuser, Studios okay ist. Für Nachtclubs ist es vom Geschäftsmodell her wahrscheinlich nicht wirtschaftlich", so Laufhaus-Manager Peter Laskaris zu "Heute". Und: das Geschäft mit der Liebe soll auch noch nach 23 Uhr weitergehen dürfen. Die Details sind aber noch nicht ganz klar.
Diese Regelung erregt Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp: "Angesichts dieser Prioritätensetzung stellt sich die Frage, ob Ludwig von allen guten Geistern verlassen ist. Diese Vorgehensweise ist ein Schlag ins Gesicht von tausenden Wiener Gastronomiebetrieben und Hotels. Während der Wirt ums Eck um sein Geschäft umfällt, macht die Rotlichtbranche das Geschäft ihres Lebens. Offenbar geht der Wiener Bürgermeister davon aus, dass man sich beim Liebesspiel weniger leicht mit dem Coronavirus infiziert, als beim Essen und Trinken“, so Nepp in einer Aussendung.
Der Wiener FPÖ-Obmann fordert den Bürgermeister auf, seine Entscheidung sofort zu revidieren, den Sinnloslockdown der Gastronomie zu beenden und die Hotels und Gasthäuser am kommenden Sonntag genauso wie im Burgenland öffnen zu lassen. "Es reicht jetzt endgültig. Die Wiener lassen sich nicht mehr von einem roten Puff-Aufsperrer aber Beisl-Schließer einsperren", bekräftigt Nepp.
Auf "Heute"-Anfrage hieß es Donnerstagnachmittag aus dem Büro von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ): "Uns liegt noch keine Verordnung vor." Erst nach Durchsicht des genauen Regelwerk des Bundes könne man dazu ein Aussage treffen. Offen ist also, ob Wien im Bezug auf Bordelle womöglich doch einen strengeren Weg einschlägt und diese bis zum 20. Dezember geschlossen lässt.