Schnitzel um € 2,50: Tierschützer attackieren XXXLutz

Der Stein des Anstoßes: Das Riesenschnitzel mit Pommes frites der XXXLutz Möbelhaus-Restaurants.
Der Stein des Anstoßes: Das Riesenschnitzel mit Pommes frites der XXXLutz Möbelhaus-Restaurants.XXXLutz
"Tierleid, Naturzerstörung, Bauernsterben landen mit am Teller", wettern die Aktivisten des Tierschutzvolksbegehrens gegen die Aktion des Möbelhauses.

Die Restaurants in den Einrichtungshäuser von XXXLutz wollen ab Donnerstag (30. August 2020) in einer beispiellosen Aktion das wohl billigste Riesenschnitzel des Landes auf die Teller der hungrigen Kunden bringen. Wer den passenden Gutschein vorlegen kann, bekommt das XXL-Schnitzel samt Pommes frites um nur 2,50 Euro.

Dieser spottbillige Preis stößt den Aktivisten des Tierschutzvolksbegehrens sauer auf. "Am Teller landen bei solchen Aktionen auch die Tierqual, der brandgerodete Regenwald und das heimische Bauernsterben. Solche Rabattschlachten und Extremaktionen sind nur möglich, weil die Herstellung von Fleisch spottbillig ist", wettert Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens, am heutigen Dienstag in einer Aussendung.

"Systematische Entwertung von Lebensmitteln"

"Das Schweinefleisch stammt angeblich zwar aus Österreich, das Putenfleisch aber wohl eher nicht", mutmaßt der Ex-Tierschutzsprecher der Liste Pilz weiter. Auch die Herkunft der Eier für die Panier sei fragwürdig, in vielen Fällen würden sie in der Gastronomie und in Großküchen aus bei uns bereits verbotener Käfighaltung stammen und aus dem Ausland importiert.

➤ Bohrn Mena ortet durch die Aktion des Möbelhauses eine "systematische Entwertung von Lebensmitteln": "Solche Fleischpreise sind nur möglich, wenn Tiere leiden, die Natur zerstört wird und kleinbäuerliche Betriebe zusperren – denn all das ist die Folge eines Systems, das auf Masse und möglichst niedrige Preise ausgerichtet ist."

Gipfel zum Ende der Rabattschlachten gefordert

"Wir alle tragen eine Verantwortung, diesen Negativkreislauf zu stoppen, besser heute als morgen. Gerade in der Krise, wo viel Steuergeld bewegt wird, wo Menschen ihr Konsumverhalten reflektieren und die Regionalität gestärkt werden sollte, besteht die Chance, diesen Systemwandel einzuleiten. Nutzen wir sie!", appelliert der frühere Politiker.

➤ Er fordert deshalb Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Konsumentenschutzminister Rudolf Anschober (Grüne) auf, rasch einen "Gipfel zum Ende der Rabattschlachten" einzuberufen.

So reagiert XXXLutz auf die Vorwürfe

XXXLutz-Sprecher Thomas Salinger entkräftet die Vorwürfe des Tierschutzvolksbegehrens gegenüber "Heute" in einer Stellungnahme. "Dabei handelt es sich um eine begrenzte Aktion, die nur Kunden mit Gutschein bekommen. Daher braucht man auch keine Sorge haben, dass das ausufernd sein wird", so der Pressesprecher. Es werde damit auch kein zusätzlicher Druck auf die Fleischpreise erzeugt. "Wir geben mit der Aktion die Einsparungen aus der gesenkten Mehrwertsteuer an die Kunden weiter.

Dass das Putenfleisch nicht aus Österreich komme, sei richtig. Es kommt nämlich nirgendwo her, erklärt Salinger auf Anfrage: "Wie verwenden kein Putenfleisch, weil wir derzeit keine den XXXLutz-Qualitätsstandards entsprechende Hersteller/Lieferanten haben. Diese sind derzeit nur bei Hühnerfleisch zu gewährleisten." Dazu, ob die verwendeten Eier aus heimischer Produktion stammen, äußerte sich der Unternehmenssprecher nicht.

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