Schock: Fukushima-Chef an Krebs gestorben

Bild: (Kyodo News)

Als der Reaktor Fukushima im März 2011 bei einem Erdbeben und Tsunami zerstört wurde, hatte der Betriebsdirektor Masao Yoshida blitzschnell reagiert und die Brennstäbe mit Wasser kühlen lassen. Jetzt starb Yoshida an Speiseröhrenkrebs. Hat der Chef des Horror-Reaktors seinen Einsatz mit dem Leben bezahlt?

Als der Reaktor Fukushima im März 2011 bei einem Erdbeben und Tsunami zerstört wurde, hatte der Betriebsdirektor Masao Yoshida (58) blitzschnell reagiert und die Brennstäbe mit Wasser kühlen lassen. Jetzt starb Yoshida an Speiseröhrenkrebs. Hat der Chef des Horror-Reaktors seinen Einsatz mit dem Leben bezahlt?

Der Direktor setzte sich in den ersten Stunden nach dem Erdbeben im März 2011 über eine Anordnung von Tepco hinweg und setzte das Einpumpen von Meerwasser zur Kühlung der beschädigten Reaktoren fort. Seine Gehorsamsverweigerung verhinderte Schlimmeres. Er wurde zum Helden.

"Ich dachte mehrmals, ich würde sterben", sagte er später über die dramatischen Stunden. Er trat im Dezember 2011 wegen seiner Erkrankung zurück.

Laut Betreiberfirma Tepco hatte Yoshida's Tod habe nichts mit der Katastrophe zu tun. Indes sind am Dienstag aus einem noch unentdeckten Leck im japanischen Katastrophenreaktor radioaktive Stoffe ins Grundwasser geraten, die Cäsium-Belastung lag am Dienstag 90 mal höher als noch drei Tage zuvor.

Der Level des mutmaßlich krebserregenden Cäsium-134 sei auf 9.000 Becquerel pro Liter gestiegen, gab die Betreiberfirma Tepco am Dienstag bekannt. Der zulässige Grenzwert liegt bei 60 Becquerel.

"Wir wissen noch nicht, warum die Belastung in die Höhe geschossen ist", sagte ein Tepco-Sprecher. "Wir versuchen eine weitere Verunreinigung zu verhindern."

Auch die Grundwasserbelastung mit Cäsium-137 schoss auf 18.000 Becquerel hoch, was 200 mal höher ist als erlaubt. Die Stoffe gelten als krebserregend, wenn sie sich in Muskeln und Knochen ansammeln. Auch die Belastung durch andere gefährliche Substanzen ist in den vergangenen Tagen angestiegen.

Im vergangenen Monat hatte Tepco noch beteuert, das Grundwasser um das Kraftwerk sei durch Stahlböden und das Betonfundament weitgehend abgekapselt. Die Katastrophe von Fukushima infolge eines schweren Erdbebens und Tsunamis am 11. März 2011 war das folgenschwerste Atomunglück seit Tschernobyl.

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