Hunderte Tote durch gepanschten Schnaps

Mehrere hunderte Menschen auf der ganzen Welt sind durch die Folgen der Corona-Pandemie ums Leben gekommen – das Virus hatte damit aber nichts zu tun.

In Mexiko ist die Zahl der Todesfälle durch gepanschten Schnapps erneut stark angestiegen. In weniger als einer Woche sind weitere 32 Menschen durch den Konsum der verunreinigten Alkoholika gestorben. Insgesamt sind damit seit Mitte April mindestens 137 Personen ums Leben gekommen.

Im zentralmexikanischen Bundesstaat Puebla starben laut einer Meldung der Nachrichtenagentur APA inzwischen 70 Menschen. Weitere 15 Vergiftete würden noch in Krankenhäusern behandelt. Eine ähnliche SItuation zeigt sich auch im westlichen Bundesstaat Jalisco. Dort gibt es aktuell 42 Tote, sechs Menschen liegen demnach noch im Krankenhaus.

Methanol

Die Todesfälle überraschen, denn in einigen der betroffenen Gegenden ist der Verkauf von Alkohol wegen der Coronakrise aktuell verboten. Die Vermutung ist nun, dass es die dort lebenden Mexikaner nun gerade wegen der durch die Pandemie-Maßnahmen wegfallenden Einnahmen zum Konsum von billigem, schwarzgebranntem Schnaps zieht. Auch könnte dadurch mehr Methanol beigemischt werden, um den Alkohol zu strecken.

Methanol ist allerdings giftig. Bereits kleine Mengen reichen für eine Vergiftung mit Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Sehstörungen bis zur Erblindung oder gar Bewusstlosigkeit und Atemstillstand aus. Es ist manchmal in schwarzgebranntem Schnaps enthalten, wenn nicht fachgerecht destilliert wird.

Tödliche Zwischenfälle durch hochprozentige Getränke gibt es auch in der Dominikanischen Republik. Die örtlichen Behörden führen den vorzeitigen Tod von 177 Menschen seit 7. April auf gepanschten Schnaps zurück. Auch im Iran starben im März Dutzende Bürger nachdem sie illegalen Alkohol auf dem Schwarzmarkt gekauft und als angebliches Corona-Hausmittel zu sich genommen hatten.

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